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ZMB - Zentrale Milchmarkt Berichterstattung GmbH, Berlin

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Nachrichten  - Archiv

USA: Export von Butter, Käse und Magermilchpulver gestiegen

17.11.2011 - In den ersten neun Monaten von 2011 legten die Exporte von Butter, Käse und Magermilchpulver aus den USA deutlich zu. Den stärksten Anstieg hatte dabei mit 31,9 % die Ausfuhr von Käse zu verzeichnen. Bei Magermilchpulver, welches bei den Exporten von Milchprodukten die umfangreichsten Mengen stellt, stiegen die Exporte um 23,7 % an. Dagegen ging der Umfang der Ausfuhren von Vollmilch-pulver mit -67,6 % deutlich zurück. Auch an Molkenpulver wurde weniger exportiert als in den ersten neun Monaten des Vorjahres, allerding fiel der Rückgang mit -0,8 % nur marginal aus.


GUS: Milcherzeugung rückläufig

10.11.2011 – In der GUS wurden in den ersten neun Monaten von 2011 insgesamt 1,4 % weniger Milch erzeugt als im Vorjahreszeitraum. In den Staaten mit der größten Produktion, Russland, der Ukraine, Weißrussland und Kasachstan, ist die Milchproduktion überall rückläufig gewesen. In Russland hat sich im August und September dann wieder ein leichter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr eingestellt. Damit hat sich der Rückstand im Vergleich zum Vorjahr für Russland auf 1,5 % verkürzt. Im Herbst 2010 war die Erzeugung wegen der Futterknappheit nach der extremen Hitzewelle im August gesunken. Die Milchproduktion in Russland wird durch verschiedene staatliche Programme gefördert.

Mehr als die Hälfte der gesamten Milchmenge in der GUS wird in sogenannten Hauswirtschaften produziert. In den Hauswirtschaften ist die Erzeugung meist etwas stärker rückläufig als in den größeren Betrieben. Die Anteile sind je nach Mitgliedstaat aber sehr unterschiedlich. In Russland liegt die Quote bei etwa 55 %, in Weißrussland hingegen bei lediglich 12 %. In der Ukraine und Kasachstan dominieren die Hauswirtschaften die Milcherzeugung.

 

In der GUS wurden insgesamt am 1. Oktober 2011 18,38 Mio. Kühe gezählt, das waren 1,1 % weniger als vor Jahresfrist. In Russland und Weißrussland lag die Zahl der Kühe über dem Vorjahresniveau. Damit ist der langfristig rückläufige Trend unterbrochen worden. (ZMB) 


Deutschland: Mehr Quoten nachgefragt – Preise gestiegen

03.11.2011 – Die 35. Deutsche Quotenbörse ist am 2. November 2011 mit einem Preisanstieg zu Ende gegangen, nachdem die Preise in den drei vorherigen Preisrunden auf einem Tiefststand stabil gewesen waren. Der Deutsche Bauernverband (DBV) ermittelte einen gewogenen Durchschnittspreis für Deutschland von 11 Cent/kg, das waren im Schnitt 4 Cent mehr als Juli. Im Übertragungsgebiet West stieg der durchschnittliche Quotenpreis um 4 Cent auf 13 Cent/kg. Im Übertragungsgebiet Ost blieb der Preis bei 3 Cent/kg stabil.

Gleichzeitig hat die Nachfrage nach Quoten im Vergleich zum Juli-Termin deutlich zugenommen. Es wurden zwar auch etwas größere Mengen angeboten. Stärker hat sich aber das Kaufinteresse erhöht, so dass der größte Nachfrageüberhang seit dem Handelstermin im November 2008 festzustellen war. In allen Regionen hat die Nachfrage das Angebot übertroffen, am stärksten aber in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Im Übertragungsgebiet Ost war die Situation fast ausgeglichen. Bei den Anbietern war die Erfolgsquote höher als bei Kaufwilligen. Die gehandelte Menge im Bundesgebiet belief sich auf 221.698 t Quote. Sie war größer als bei der Julibörse, aber niedriger als bei den November-Terminen in den beiden Vorjahren. Die größere Nachfrage nach Quoten und der Preisanstieg dürften mit der höheren Quotenausnutzung in Zusammenhang stehen. Der nächste Termin für die Milchquotenbörse findet am 2. April 2012 statt. (ZMB)


Quotenjahr 2010/11: Quoten in fünf EU-Ländern überliefert

20.10.2011 – Im Quotenjahr 2010/11 wurde die Gesamtheit der Anlieferungsquoten in der EU-27 um 5,5 % unterliefert. Dies geht aus einer Pressemitteilung der EU-Kommission hervor. Damit ist die Quotenausnutzung im Vergleich zum Vorjahr mit einer Rekordunterlieferung von damals 6,9 % wieder gestiegen. Die fettkorrigierte Milchanlieferung belief sich insgesamt auf 138 Mio. t. Das waren 2,4 % mehr als im Vorjahr.

Die Quoten wurden im Rahmen der CAP-Reform und des Health-Checks in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöht, im vergangenen Jahr um 1 %. Mit den Erhöhungen hat sich die Milchanlieferung teilweise von den Quoten entkoppelt und ist nicht entsprechend gestiegen. Weniger Länder als zuvor überliefern ihre Quoten. 2010/11 haben laut EU-Kommission mit den Niederlanden, Dänemark, Österreich, Luxemburg und Zypern fünf Mitgliedstaaten die Anlieferungsquoten überschritten. Dafür werden Strafzahlungen nach Brüssel von insgesamt 55 Mio. EUR fällig. Die größten Zahlungen entfallen auf die Niederlande mit 39,1 Mio. EUR, gefolgt von Dänemark und Österreich.

Während die Milchmenge und Quotenausnutzung insgesamt gestiegen ist, waren die Entwicklungen in den einzelnen Ländern recht unterschiedlich. Teilweise hat sich die Quotenunterlieferung deutlich reduziert. So stieg die Ausnutzung in Deutschland von 97,9 auf 99,3 %. In Frankreich hat sich die Unterlieferung von 8,8 auf 5,1 % reduziert, in Irland von 10,3 auf 0,4 % und in Belgien von 3,7 auf 0,3 %. In Bulgarien, Rumänien, Ungarn und der Slowakei haben sich die Quotenunterschreitungen hingegen deutlich vergrößert. In Bulgarien wurden die Quoten nur zu 49,3 % genutzt, in Rumänien zu 57,1 %. In vierzehn Ländern waren die Unterlieferungen größer als 20 Prozent. (ZMB)

Japan: Milcherzeugung rückläufig

06.10.2011 – Im ersten Halbjahr 2011 ging die Milcherzeugung in Japan gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,7 % zurück. Der rückläufige Trend aus den Vorjahren hat sich damit verstärkt. Ursachen waren die Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe wie auch zeitweise ungewöhnlich hohe Temperaturen. An Konsummilch, Frischeprodukten, Butter, Magermilchpulver und Kondensmilch wurde weniger erzeugt. Dabei hatten Butter und Magermilchpulver die deutlichsten Einbrüche zu verzeichnen. Dagegen legte die Produktion von Sahne, Käse und Vollmilchpulver zu.

Das rückläufige Angebot aus der heimischen Erzeugung hat bislang nur bei Butter zu einer spürbaren Erhöhung der Importe geführt. Diese haben sich in den ersten acht Monaten von 2011 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum etwa verfünffacht. Die Käseeinfuhren haben leicht um 4,4 % zugenommen. Die Importe an Milchpulver gingen hingegen sogar leicht zurück. (ZMB)


EU: Mehr Magermilchpulver, weniger Butter exportiert

29.09.2011 - Die Exporte von Milchprodukten aus der EU auf den Weltmarkt haben sich über die Sommermonate unterschiedlich entwickelt. Die Ausfuhren von Milchprotein in Form von Magermilchpulver, Molkenpulver und Kasein blieben auf hohem Niveau, so dass sich bei kumulierter Betrachtung für die ersten sieben Monate von 2011 bei diesen Produkten deutliche Zuwächse im Vergleich zu den Vorjahren ergeben. An Magermilchpulver wurden von Januar bis Juli 2011 mit 283.000 t rund 33 % mehr exportiert als 2010 und mehr als doppelt so viel wie im gleichen Zeitraum von 2009.

Die Käseexporte waren zwar über die Sommermonate 2011 etwas schwächer als im Vorjahr. In den ersten sieben Monaten insgesamt haben sie sich aber auf dem Rekordniveau des Vorjahres behauptet und waren damit um ca. 58.000 t höher als im gleichen Zeitraum von 2009.

Bei den fetthaltigen Milchprodukten macht sich zunehmende Preisdifferenz, die sich in den vergangenen Monaten zwischen EU und Weltmarkt eingestellt hat, inzwischen auch bei den Exportzahlen bemerkbar. Die Exporte von Butter und Butteröl, umgerechnet in Butterwert, sanken in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres auf 75.000 t und haben damit das bereits unter dem langjährigen Schnitt liegende Niveau der beiden Vorjahre noch unterschritten. Auch bei Vollmilchpulver musste die EU-Milchwirtschaft Einbußen hinnehmen. (ZMB)


EU: Im ersten Halbjahr mehr Milch verarbeitet

15.09.2011 - Im ersten Halbjahr von 2011 haben die Molkereien in der EU 2,2 % mehr Milch erfasst als im Vorjahreszeitraum und entsprechend auch mehr Milchprodukte hergestellt. In allen Produktgruppen wurde die Erzeugung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ausgedehnt. Lediglich bei Vollmilchpulver war ein Rückgang um 3,2 % zu beobachten. Die Käseherstellung sowie die Produktion von Produkten des weißen Sortiments wuchsen langsamer als das Milchaufkommen. Etwas überproportional nahm das Aufkommen von Butter und Magermilchpulver zu, wobei Magermilchpulver mit einem Plus von 7,9 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum das stärkste Wachstum aufwies.

Die Produktionsentwicklung auch spiegelt die Absatzpotentiale wieder. Die Herstellung von Produkten des weißen Sortiments wurde dem Bedarf entsprechend leicht ausgedehnt. Die Käseproduktion wurde im zweite Quartal etwas gedrosselt, nachdem die Exportlieferungen nach Drittländern nachließen. Die Vollmilchpulverproduktion wurde an die schwächere Nachfrage vom Weltmarkt und sinkende Preise am Weltmarkt angepasst. So verblieb mehr Rohstoff für die Herstellung von Magermilchpulver, das am Weltmarkt besonders stark nachgefragt war und in größerem Umfang exportiert wurde. (ZMB)


EU: Milchanlieferung weiter expansiv

08.09.2011 - Die Milchanlieferung an die europäischen Molkereien ist nach wie vor höher als im Vorjahr um die gleiche Zeit. Im Juli hat sich der Vorsprung gegenüber der Vorjahreslinie nach ZMB-Schätzungen wieder auf 2,8 % erhöht, was auf kühle, regenreiche - und damit für die Milchproduktion günstige - Witterungsverhältnisse in weiten Teilen der EU zurückzuführen sein dürfte. Ab September könnte wieder eine stärkere Annäherung an das Vorjahresniveau stattfinden.

Überdurchschnittlich stark war das Milchaufkommen im Juli 2011 in Frankreich, Irland und Deutschland im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. In Frankreich, wo das Saisontief üblicherweise meist bereits im August erreicht wird, scheint sich dieses im laufenden Jahr später einzustellen. Bis Ende August war die Milchmenge dort noch sinkend. In Dänemark, den Niederlanden und Belgien sind die Milchmengen seit April/Mai nicht mehr expansiv. Hier scheint man sich bereits stärker am Quotenrahmen zu orientieren.

Das Jahr 2011 wird voraussichtlich mit einer Rekordmilchanlieferung in der EU zu Ende gehen. In den ersten sieben Monaten sind bereits knapp 1,9 Mio. t Milch mehr erfasst worden als im Vorjahreszeitraum. Dies entspricht einer durchschnittlichen Steigerung um 2,3 %. In den Ländern der ehemaligen EU-15 nahm das Milchaufkommen um 2,5 % überdurchschnittlich zu. In den zehn Ländern, die 2004 beigetreten sind, fiel der Zuwachs mit 1,9 % etwas niedriger aus. In den beiden jüngsten Mitgliedstaaten Rumänien und Bulgarien ist seit dem Beitritt zur EU im Jahr 2007 eine kontinuierliche Abnahme zu beobachten. (ZMB)


Deutschland: Mehr Milchprodukte exportiert

01.09.2011 - Die deutsche Milchwirtschaft hat im ersten Halbjahr von 2011 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erneut mehr Milchprodukte exportiert als im Vorjahreszeitraum. In allen Produktkategorien mit Ausnahme von Butter und Vollmilchpulver konnten Zuwächse verzeichnet werden. Ein überdurchschnittliches Wachstum konnte bei Magermilchpulver mit einer Steigerung um 25,5 % verbucht werden. Die Magermilchpulverausfuhren nach Drittländern erhöhten sich sogar um 85 %. Auch an Joghurt, Milchmischgetränken, Kasein und Butteröl konnte deutlich mehr im Ausland abgesetzt werden als im Vorjahreszeitraum.

Wertmäßig am bedeutendsten sind für die deutsche Milchwirtschaft die Käseexporte. Diese wuchsen im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,3 % und damit bei weitem nicht mit der gleichen Dynamik wie im Vorjahr. Auf dem größten Drittlandsmarkt Russland musste ein Rückgang um 18,7 % hingenommen werden.

Gleichzeitig stiegen die Käseimporte insgesamt um 5,3 %. Bei Käse aus Drittländern war sogar eine Zunahme um 22,5 % festzustellen. Größere Importe wurden auch bei Vollmilchpulver sowie Butteröl registriert. An Butter wurden hingegen 6,2 % weniger importiert. Rückläufig waren außerdem die Einfuhren von Joghurt mit Zusätzen und die von Kaseinat. (ZMB)


USA: Milchexporte weiter gestiegen

18.08.2011 - Die US-Milchwirtschaft hat ihre Position als einer der großen Exporteure von Milchproduktion im ersten Halbjahr von 2011 weiter ausgebaut. Neben einer höheren Milcherzeugung, die für ein höheres Angebot sorgte, hat der schwache Dollar die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt.

Bei Magermilchpulver waren die USA der bedeutendste Konkurrent der EU und lieferten mit 119.468 t 39 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Käseexporte legten um fast die Hälfte beträchtlich zu. Kräftig gestiegen sind auch die Butterexporte, wenngleich der Marktanteil der USA in diesem Segment weitaus geringer ist als bei Magermilchpulver. Butter wurde hauptsächlich nach Mexiko, Saudi-Arabien, Ägypten, Kanada und Marokko aber auch in die EU verkauft. Dagegen wurden die Ausfuhren an Vollmilchpulver, die ohnehin nur eine geringe Rolle spielen, weiter reduziert. Bei Molkenpulver sind die USA neben der EU der Hauptlieferant für den Weltmarkt. Trotz höherer Käseproduktion gingen die Molkenpulverexporte der Vereinigten Staaten im ersten Halbjahr von 2011 um 6,2 % zurück. (ZMB)


USA: Mehr Milchprodukte produziert

04.08.2011 - Der Milchmarkt in den USA ist im ersten Halbjahr von 2011 weiter gewachsen. Bei einem wieder steigenden Milchkuhbestand nahm die Milcherzeugung um 1,7 % zu. Die Zuwachsraten haben sich allerdings im Lauf der ersten sechs Monate von 2011 abgeschwächt und sich bis Juni auf 1,1 % reduziert. Bei zeitweise extrem hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit im Juli kam es zeitweise dem Vernehmen nach zu einem Einbruch der Milchleistungen.

In allen wichtigen Produktkategorien wurden mehr Milchprodukte hergestellt. Am stärksten ausgeweitet wurde die Butterproduktion, die um 13,5 % zunahm. Sie stieg damit auf das höchste Niveau im ersten Halbjahr im letzten Jahrzehnt. Die Magermilchpulverproduktion stieg hingegen lediglich um 4,2 %. Die Käseproduktion nahm um 3 % zu und damit in ähnlichem Rahmen wie im Vorjahr. Die höheren Mengen wurden teilweise über steigende Exporte vermarktet, wobei der Export von Magermilchpulver mengenmäßig betrachtet sogar stärker zunahm als die Produktion. Bei Butter hat sich der Exportüberschuss der USA deutlich vergrößert. Während die Ausfuhren um 14.700 t zunahmen, gingen die Importe um 9.300 t zurück. Trotz der um 50.600 t höheren Erzeugung waren die Butterbestände Ende Juni um ca. 3.000 t niedriger als vor Jahresfrist.

Geschrumpft ist allerdings der Absatz von Trinkmilch. Nachdem bereits 2010 eine Abnahme um 1,5 % im Vergleich zum Vorjahr beobachtet worden war, gingen die Verkäufe in den ersten fünf Monaten von 2011 erneut um 1,5 % zurück. In einer Analyse, die im Juni 2011 in „Progressive Dairyman“ veröffentlicht wurde, wird der Rückgang auf einen steigenden Verbrauch von Wasser und alternativen Getränken auf Soja- oder Reisbasis zurückgeführt. Der Wasserkonsum sei zwischen 2000 und 2009 um 10,6 % gestiegen, während 1,8 % weniger Milch konsumiert wurden. Noch stärker gingen die Absätze von kohlesäurehaltigen Softgetränken um 7,8 % und Fruchtsaftgetränken um 3,2 % zurück. Als weitere Ursache wurde der sinkende Konsum von Frühstückscerealien ausfindig gemacht, die häufig gemeinsam mit Milch verzehrt werden. (ZMB)


Neuseeland: 5,2 % mehr Milch im Wirtschaftsjahr 2010/11

28.07.2011 - In Neuseeland wurden im Wirtschaftsjahr 2010/11, das im Mai zu Ende ging, 17,895 Mio. Tonnen Milch erzeugt. Dies war ein neuer Allzeitrekord und im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 5,2 %. Die Steigerungen haben vor allem in den letzten fünf Monaten der Saison stattgefunden, die von ausreichenden Niederschlägen geprägt war. Im Dezember 2010 war die Erzeugung, die weidebasiert ist, von Dürre beeinträchtigt gewesen. Aktuell bewegt sich die Produktion noch am saisonalen Tiefpunkt. Wie sich das Milchaufkommen im neuen Wirtschaftsjahr entwickelt, wird entscheidend von der Witterung beeinflusst werden. (ZMB)


USA: Wachstum der Milcherzeugung abgeschwächt

21.07.2011 - In den USA sind im ersten Halbjahr von 2011 1,7 % mehr Milch erzeugt worden als im Vorjahreszeitraum. Zuletzt war die Milcherzeugung zwar weiter steigend, aber mit sich abschwächender Tendenz. Im Juni wurde noch ein Wachstum der Milchmenge von 1,1 % insgesamt im Vergleich zum Vorjahresmonat ermittelt. Im ersten Quartal hatte die Steigerung 2,2 % betragen. Im zweiten Quartal hat sie sich auf 1,3 % verringert. In den Bundesstaaten war die Entwicklung des Milchaufkommens zum Teil recht unterschiedlich. In Kalifornien, dem Bundesstaat mit der höchsten Produktion, wurden 3,7 % erzeugt. In Wisconsin, das über die zweitgrößte Milcherzeugung verfügt, wurde hingegen ein Rückgang um 1,5 % festgestellt.

Die Zahl der Milchkühe in den USA ist seit Beginn von 2010 kontinuierlich steigend. Für Juni 2011 wird die Zahl der Milchkühe auf 9,21 Millionen geschätzt. Das sind 0,9 % mehr als ein Jahr zuvor. Das USDA hat seine Prognose für die Milcherzeugung in den Jahren 2011 und 2012 erhöht. Für 2011 wird aktuell eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr von 1,5 % erwartet. Für 2012 geht man aktuell von einer weiteren Zunahme um 1,6 % aus. Aufgrund höherer Milchpreise und einer gesenkten Prognose für die Futtermittelkosten wird eine stärkere Vergrößerung der Milchkuhherde erwartet. (ZMB)


EU: Milchanlieferung weiter expansiv

08.09.2011 - Die Milchanlieferung an die europäischen Molkereien ist nach wie vor höher als im Vorjahr um die gleiche Zeit. Im Juli hat sich der Vorsprung gegenüber der Vorjahreslinie nach ZMB-Schätzungen wieder auf 2,8 % erhöht, was auf kühle, regenreiche - und damit für die Milchproduktion günstige - Witterungsverhältnisse in weiten Teilen der EU zurückzuführen sein dürfte. Ab September könnte wieder eine stärkere Annäherung an das Vorjahresniveau stattfinden.

Überdurchschnittlich stark war das Milchaufkommen im Juli 2011 in Frankreich, Irland und Deutschland im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. In Frankreich, wo das Saisontief üblicherweise meist bereits im August erreicht wird, scheint sich dieses im laufenden Jahr später einzustellen. Bis Ende August war die Milchmenge dort noch sinkend. In Dänemark, den Niederlanden und Belgien sind die Milchmengen seit April/Mai nicht mehr expansiv. Hier scheint man sich bereits stärker am Quotenrahmen zu orientieren.

Das Jahr 2011 wird voraussichtlich mit einer Rekordmilchanlieferung in der EU zu Ende gehen. In den ersten sieben Monaten sind bereits knapp 1,9 Mio. t Milch mehr erfasst worden als im Vorjahreszeitraum. Dies entspricht einer durchschnittlichen Steigerung um 2,3 %. In den Ländern der ehemaligen EU-15 nahm das Milchaufkommen um 2,5 % überdurchschnittlich zu. In den zehn Ländern, die 2004 beigetreten sind, fiel der Zuwachs mit 1,9 % etwas niedriger aus. In den beiden jüngsten Mitgliedstaaten Rumänien und Bulgarien ist seit dem Beitritt zur EU im Jahr 2007 eine kontinuierliche Abnahme zu beobachten. (ZMB)


Deutschland: Mehr Milchprodukte exportiert

01.09.2011 - Die deutsche Milchwirtschaft hat im ersten Halbjahr von 2011 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erneut mehr Milchprodukte exportiert als im Vorjahreszeitraum. In allen Produktkategorien mit Ausnahme von Butter und Vollmilchpulver konnten Zuwächse verzeichnet werden. Ein überdurchschnittliches Wachstum konnte bei Magermilchpulver mit einer Steigerung um 25,5 % verbucht werden. Die Magermilchpulverausfuhren nach Drittländern erhöhten sich sogar um 85 %. Auch an Joghurt, Milchmischgetränken, Kasein und Butteröl konnte deutlich mehr im Ausland abgesetzt werden als im Vorjahreszeitraum.

Wertmäßig am bedeutendsten sind für die deutsche Milchwirtschaft die Käseexporte. Diese wuchsen im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,3 % und damit bei weitem nicht mit der gleichen Dynamik wie im Vorjahr. Auf dem größten Drittlandsmarkt Russland musste ein Rückgang um 18,7 % hingenommen werden.

Gleichzeitig stiegen die Käseimporte insgesamt um 5,3 %. Bei Käse aus Drittländern war sogar eine Zunahme um 22,5 % festzustellen. Größere Importe wurden auch bei Vollmilchpulver sowie Butteröl registriert. An Butter wurden hingegen 6,2 % weniger importiert. Rückläufig waren außerdem die Einfuhren von Joghurt mit Zusätzen und die von Kaseinat. (ZMB)


USA: Milchexporte weiter gestiegen

18.08.2011 - Die US-Milchwirtschaft hat ihre Position als einer der großen Exporteure von Milchproduktion im ersten Halbjahr von 2011 weiter ausgebaut. Neben einer höheren Milcherzeugung, die für ein höheres Angebot sorgte, hat der schwache Dollar die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt.

Bei Magermilchpulver waren die USA der bedeutendste Konkurrent der EU und lieferten mit 119.468 t 39 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Käseexporte legten um fast die Hälfte beträchtlich zu. Kräftig gestiegen sind auch die Butterexporte, wenngleich der Marktanteil der USA in diesem Segment weitaus geringer ist als bei Magermilchpulver. Butter wurde hauptsächlich nach Mexiko, Saudi-Arabien, Ägypten, Kanada und Marokko aber auch in die EU verkauft. Dagegen wurden die Ausfuhren an Vollmilchpulver, die ohnehin nur eine geringe Rolle spielen, weiter reduziert. Bei Molkenpulver sind die USA neben der EU der Hauptlieferant für den Weltmarkt. Trotz höherer Käseproduktion gingen die Molkenpulverexporte der Vereinigten Staaten im ersten Halbjahr von 2011 um 6,2 % zurück. (ZMB)


USA: Mehr Milchprodukte produziert

04.08.2011 - Der Milchmarkt in den USA ist im ersten Halbjahr von 2011 weiter gewachsen. Bei einem wieder steigenden Milchkuhbestand nahm die Milcherzeugung um 1,7 % zu. Die Zuwachsraten haben sich allerdings im Lauf der ersten sechs Monate von 2011 abgeschwächt und sich bis Juni auf 1,1 % reduziert. Bei zeitweise extrem hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit im Juli kam es zeitweise dem Vernehmen nach zu einem Einbruch der Milchleistungen.

In allen wichtigen Produktkategorien wurden mehr Milchprodukte hergestellt. Am stärksten ausgeweitet wurde die Butterproduktion, die um 13,5 % zunahm. Sie stieg damit auf das höchste Niveau im ersten Halbjahr im letzten Jahrzehnt. Die Magermilchpulverproduktion stieg hingegen lediglich um 4,2 %. Die Käseproduktion nahm um 3 % zu und damit in ähnlichem Rahmen wie im Vorjahr. Die höheren Mengen wurden teilweise über steigende Exporte vermarktet, wobei der Export von Magermilchpulver mengenmäßig betrachtet sogar stärker zunahm als die Produktion. Bei Butter hat sich der Exportüberschuss der USA deutlich vergrößert. Während die Ausfuhren um 14.700 t zunahmen, gingen die Importe um 9.300 t zurück. Trotz der um 50.600 t höheren Erzeugung waren die Butterbestände Ende Juni um ca. 3.000 t niedriger als vor Jahresfrist.

Geschrumpft ist allerdings der Absatz von Trinkmilch. Nachdem bereits 2010 eine Abnahme um 1,5 % im Vergleich zum Vorjahr beobachtet worden war, gingen die Verkäufe in den ersten fünf Monaten von 2011 erneut um 1,5 % zurück. In einer Analyse, die im Juni 2011 in „Progressive Dairyman“ veröffentlicht wurde, wird der Rückgang auf einen steigenden Verbrauch von Wasser und alternativen Getränken auf Soja- oder Reisbasis zurückgeführt. Der Wasserkonsum sei zwischen 2000 und 2009 um 10,6 % gestiegen, während 1,8 % weniger Milch konsumiert wurden. Noch stärker gingen die Absätze von kohlesäurehaltigen Softgetränken um 7,8 % und Fruchtsaftgetränken um 3,2 % zurück. Als weitere Ursache wurde der sinkende Konsum von Frühstückscerealien ausfindig gemacht, die häufig gemeinsam mit Milch verzehrt werden. (ZMB)


Neuseeland: 5,2 % mehr Milch im Wirtschaftsjahr 2010/11

28.07.2011 - In Neuseeland wurden im Wirtschaftsjahr 2010/11, das im Mai zu Ende ging, 17,895 Mio. Tonnen Milch erzeugt. Dies war ein neuer Allzeitrekord und im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 5,2 %. Die Steigerungen haben vor allem in den letzten fünf Monaten der Saison stattgefunden, die von ausreichenden Niederschlägen geprägt war. Im Dezember 2010 war die Erzeugung, die weidebasiert ist, von Dürre beeinträchtigt gewesen. Aktuell bewegt sich die Produktion noch am saisonalen Tiefpunkt. Wie sich das Milchaufkommen im neuen Wirtschaftsjahr entwickelt, wird entscheidend von der Witterung beeinflusst werden. (ZMB)


USA: Wachstum der Milcherzeugung abgeschwächt

21.07.2011 - In den USA sind im ersten Halbjahr von 2011 1,7 % mehr Milch erzeugt worden als im Vorjahreszeitraum. Zuletzt war die Milcherzeugung zwar weiter steigend, aber mit sich abschwächender Tendenz. Im Juni wurde noch ein Wachstum der Milchmenge von 1,1 % insgesamt im Vergleich zum Vorjahresmonat ermittelt. Im ersten Quartal hatte die Steigerung 2,2 % betragen. Im zweiten Quartal hat sie sich auf 1,3 % verringert. In den Bundesstaaten war die Entwicklung des Milchaufkommens zum Teil recht unterschiedlich. In Kalifornien, dem Bundesstaat mit der höchsten Produktion, wurden 3,7 % erzeugt. In Wisconsin, das über die zweitgrößte Milcherzeugung verfügt, wurde hingegen ein Rückgang um 1,5 % festgestellt.

Die Zahl der Milchkühe in den USA ist seit Beginn von 2010 kontinuierlich steigend. Für Juni 2011 wird die Zahl der Milchkühe auf 9,21 Millionen geschätzt. Das sind 0,9 % mehr als ein Jahr zuvor. Das USDA hat seine Prognose für die Milcherzeugung in den Jahren 2011 und 2012 erhöht. Für 2011 wird aktuell eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr von 1,5 % erwartet. Für 2012 geht man aktuell von einer weiteren Zunahme um 1,6 % aus. Aufgrund höherer Milchpreise und einer gesenkten Prognose für die Futtermittelkosten wird eine stärkere Vergrößerung der Milchkuhherde erwartet. (ZMB)


Deutschland: Milchkuhbestand stabil, weniger Haltungen

14.07.2011 - Am 3. Mai 2011 wurden in Deutschland 4,183 Mio. Milchkühe gezählt. Dies geht aus Veröffentlichungen von destatis hervor. Damit ist der Milchviehbestand seit mehreren Jahren stabil. Verglichen mit der Zählung vor Jahresfrist ist er unverändert geblieben und innerhalb von drei Jahren ist er lediglich um 0,8 % geschrumpft. Dies lässt einen weiteren Anstieg der Milcherzeugung, im Rahmen wie die Milchleistungen wachsen, erwarten.

Zuvor war der Milchkuhbestand seit Einführung des Milchquotensystems von Jahr zu Jahr kontinuierlich reduziert worden, um den Produktivitätsfortschritt zu kompensieren. Durch die Quotenerhöhungen in den vergangenen Jahren konnten die Quoten auch mit stabilen Tierbeständen eingehalten werden. Regional sind leichte Unterschiede bei der Milchkuhhaltung zu beobachten. In Süddeutschland nehmen die Kuhbestände leicht ab und in Norddeutschland geringfügig zu. Dies entspricht den regionalen Wanderungen der Milchquoten.

Der Strukturwandel in der Milchviehhaltung ist trotz der stabilen Bestände nicht zum Stillstand gekommen. Die Zahl der Milchkuhhaltungen ist kontinuierlich rückläufig. Bei der jüngsten Mai-Zählung wurden noch 88.969 Betriebe gezählt. Damit wurde erstmals die Marke von 90.000 unterschritten. Innerhalb eines Jahres haben 4,8 % der Halter aufgegeben. Dies war eine höhere Aufgaberate als in den Vorjahren mit Werten zwischen 3,5 % und 4 %. Innerhalb des letzten Jahrzehnts ist ein Drittel der Milchbetriebe ausgestiegen. Damit hat sich der strukturelle Wandel im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends verlangsamt. In den 1990-er Jahren hat sich die Zahl der Milchbetriebe in Deutschland halbiert. Die durchschnittliche Bestandsgröße hat 2011 47 Milchkühe erreicht, das sind mehr als doppelt so viele wie vor 20 Jahren. Regional sind die Betriebsgrößen in Deutschland weiterhin recht unterschiedlich. Sie reichen von 30,4 Kühen im Schnitt in Bayern bis zu 205,8 durchschnittlichen Kühen in Brandenburg. Die größten durchschnittlichen Betriebsgrößen in den alten Bundesländern sind in Schleswig-Holstein anzutreffen mit 72,8 Kühen. (ZMB)


Deutschland: Verbraucherpreise im weißen
Sortiment im Mai gestiegen

30.06.2011 - Im Mai 2011 stiegen die Verbraucherpreise für Trinkmilch, Sahne und Speisequark an. Zuvor waren die Preise ein Jahr lang weitgehend unverändert gewesen. Die Endverbraucherpreise für Butter sind seit März unverändert. Wichtige Käseartikel wurden im Mai im Schnitt zu etwas höheren Preisen eingekauft als im Vormonat. Angehoben wurden im Mai außerdem die Margarinepreise. Die Preise für Milchprodukte im Einzelhandel liegen generell über dem Vorjahresniveau. (ZMB)


OECD/FAO: Jährlich 1,9 % mehr Milch bis 2020 erwartet

23.06.2011 - Die OECD hat am 17. Juni 2011 ihren 17. langfristigen Ausblick auf die Agrarmärkte veröffentlicht. Zum 7. Mal wurde der Bericht gemeinsam mit der FAO erstellt. Generell erwarten die internationalen Organisationen eine Verlangsamung des Wachstums der Produktion von Agrarprodukten auf 1,7 % jährlich nach 2,6 % im Schnitt des vergangenen Jahrzehnts. Es werden steigende Produktionskosten erwartet, vor allem was Energie- und Futterkosten betrifft. Die Preise für Agrarprodukte werden bei allen Prognoseunsicherheiten aller Voraussicht nach hoch und gleichzeitig volatil bleiben, was eine Herausforderung für die Ernährungssicherheit in wenig entwickelten Ländern darstelle. Das größte Nachfragewachstum wird in Osteuropa, Asien und Lateinamerika erwartet. Der Milchmarkt gehört mit zu den Produktsegmenten, deren Nachfrage am stärksten wachsen wird, zusammen mit Pflanzenölen, Zucker und Fleisch.

Für den Milchmarkt wird bis 2020 ein Anstieg der Welterzeugung um 153 Mio. t prognostiziert. Das jährliche durchschnittliche Wachstum wird auf 1,9 % geschätzt und läge damit etwas niedriger als die 2,1 % im vergangenen Jahrzehnt. Das Wachstum der verschiedenen Produktgruppen wird unterschiedlich eingeschätzt. Die größte Zunahme der weltweiten Produktion erwartet man bei Butter. Die Erzeugung wird 2020 voraussichtlich um 27 % höher sein als in der Referenzperiode 2008-2010. Bei Vollmilchpulver wird eine Steigerung um 26 % vorhergesagt. Moderater wird nach den Analysen das Wachstum bei der weltweiten Käseproduktion mit einem Plus von 19 % ausfallen. Bei Magermilchpulver rechnet man mit dem geringsten Produktionsanstieg von lediglich 15 %.

Auch die Preiserwartungen sind differenziert. Generell wird längerfristig eine Korrektur des hohen Niveaus in 2011 erwartet. Im Vergleich zur Bezugsbasis 2008-2010 werden die Preise nach Modellrechnungen der beiden Organisationen im Jahr 2020 bei Butter um 11%, bei Magermilchpulver um 18% und bei Vollmilchpulver um 10 % höher sein. Der geringste Preisanstieg wird bei Käse mit +5% und der höchste bei Molkenpulver mit 46 % erwartet. Als ein unsicheres Element werden die künftigen jährlichen Schwankungen der Importnachfrage Chinas hervorgehoben. Generell wird aber längerfristig mit höheren chinesischen Importen als vor 2010 gerechnet. (ZMB)


Kroatien: 28. EU-Mitgliedstaat?

16.06.2011 - Kroatien hat die Aussicht, am 1. Juli 2013 der EU beizutreten. Die EU-Kommission hat am 10. Juni 2011 die Empfehlung ausgesprochen, die nunmehr sechsjährigen Beitrittsverhandlungen abzuschließen. Die Entscheidung der Regierungen wird möglicherweise bereits am 23./24. Juni beim EU-Gipfel fallen.

Der europäische Binnenmarkt würde durch den Erweiterungsschritt um 4,4 Mio. Verbraucher wachsen. Dies wäre eine Zunahme um knapp 0,9 % und damit eine größere als bei der Milchproduktion. Kroatien ist ein kleiner Milchproduzent. Die Anlieferung von Kuhmilch belief sich 2010 auf 623.900 t. Dies entspricht ca. 0,5 % der gesamten Anlieferung in der EU oder etwa der Menge Lettlands. 2010 ist die Milchmenge gesunken. Dies hat sich auch zu Beginn von 2011 fortgesetzt; im ersten Quartal wurden wiederum 6,5 % weniger angeliefert als im Vorjahreszeitraum. Die Milch wird in den Molkereien vor allem zu Trinkmilch, Frischprodukten und Käse verarbeitet. Milchpulver wird kaum hergestellt. Kroatien ist Nettoimporteur. Vor allem Käse, aber auch Milchpulver wird importiert. Die Importe stammen überwiegend aus der EU. (ZMB)


Weltmarkt: Preise uneinheitlich

09.06.2011 - Am Weltmarkt ist die Preisentwicklung für die wichtigsten Milchprodukte uneinheitlich. Dies ist nicht zuletzt auf ständige Wechselkursschwankungen zurückzuführen, die EU-Ware Ende Mai verbilligt, zuletzt aber wieder verteuert haben. Ungewöhnlich groß ist die Preisspanne zur Zeit bei Butter. Während die Preise für US-Ware weitgehend unverändert sind, sind die Forderungen für EU-Ware zuletzt bei steigenden Preisen am internen Markt und festerem Euro auf über 6.000 USD/Tonne gestiegen, was sich aber kaum umsetzen lässt. Auch bei Vollmilchpulver hat sich die Preisspreizung zwischen EU-Ware und anderen Herkünften vergrößert, wobei dieses Produkt im Verhältnis zu Butter und Magermilchpulver tendenziell unterbewertet ist. Bei Magermilchpulver ist die EU derzeit konkurrenzfähiger als bei den fetthaltigen Produkten. (ZMB)


Deutschland: Mehr Milch verarbeitet

03.06.2011 - Die deutschen Molkereien haben im ersten Quartal von 2011 mehr Milch verarbeitet als im Vorjahreszeitraum. Mit einem Plus von 2,9 % stieg die Milchanlieferung ungewöhnlich stark. Dies dürfte nicht zuletzt darauf zurückzuführen sein, dass sich frühzeitig eine Unterlieferung der Quoten abzeichnete und dass die Auszahlungspreise der Molkereien anzogen. Die Gehalte an Inhaltsstoffen gingen allerdings zurück. So fielen die Fettgehalte im Schnitt um 5 Hundertstel und die Eiweißgehalte um 3 Hundertstel niedriger aus als im Vorjahreszeitraum.

Entsprechend dem höheren Rohstoffaufkommen wurde die Herstellung von Milchprodukten ausgeweitet, überdurchschnittlich die von Butter und Magermilchpulver. An Butter wurden 7,4 % mehr hergestellt als im Vorjahreszeitraum und an Magermilchpulver 18,2 % mehr. Allerdings war die Produktion im ersten Quartal von 2010 überproportional eingeschränkt worden, bei damals niedrigerem Milchaufkommen. Zusätzlich wurde die Produktion durch die steigenden Preise für Butter und Milchpulver.

Die Käseproduktion ist im bisherigen Verlauf von 2011 weniger stark ausgeweitet als im Vorjahr. Dabei dürften vor allem die zunächst sehr attraktiveren Erlöse für Butter und Magermilchpulver eine Rolle gespielt haben. Am Käsemarkt hat der Preisanstieg später eingesetzt. Überdurchschnittlich stark ist die Frischkäseproduktion gestiegen, während bei Pasta-Filata, wie schon 2010, leichte Einschränkungen zu beobachten waren. Trotz höherer Käse- und Kaseinproduktion wurden 5,1 % weniger Molkenpulver hergestellt.

Bei den Milchfrischprodukten hat sich das Wachstum aus dem vergangenen Jahr fortgesetzt, wobei besonders starke Zuwächse bei Joghurt ohne Zusätze festzustellen waren. An Konsummilch wurden 1,3 % weniger hergestellt als im Vorjahreszeitraum. Stärker fiel der Rückgang bei Sahne mit einem Minus von 3,9 % aus. (ZMB)


EU: Hohe Exporte im ersten Quartal

26.05.2011 - Die europäische Milchwirtschaft kann auf ein von hohen Absätzen am Weltmarkt geprägtes erstes Quartal 2011 zurückblicken. Nach bereits kräftigen Zuwächsen im Vorjahreszeitraum konnten im laufenden Jahr weitere kräftige Steigerungen erzielt werden. Dies gilt insbesondere für Käse, Magermilchpulver, Molkenpulver und Kasein. In einem preislich sehr schwierigen Umfeld konnten sogar die Butterexporte leicht gesteigert werden. Bei Vollmilchpulver und Kondensmilch stagnierten die Exporte allerdings.

Die starke Käsenachfrage, die zu Jahresbeginn zu beobachten war, hat sich im Mai allerdings beruhigt, insbesondere was den wichtigen Absatzmarkt Russland betrifft. Auch die Neuabschlüsse bei Magermilchpulver sind zwischenzeitlich ruhiger geworden. In den ersten Monaten von 2011 haben auch Neuseeland und die USA mehr Milchprodukte exportiert. Der Milchpulverhandel am internationalen Markt ist im ersten Quartal von 2011 stärker gestiegen als der Käsehandel. Die EU hat ihre Milchpulverexporte bislang nicht entsprechend dem globalen Handel ausweiten können. In Ozeanien ist die Milchproduktion inzwischen an oder kurz vor ihrem saisonalen Tiefpunkt, so dass das Angebot nun zunächst kleiner werden wird. Die Importeure müssen nun, sofern weiter entsprechender Bedarf besteht, vor allem auf das Angebot von der Nordhalbkugel zurückgreifen. (ZMB)


Deutschland: Käse und Joghurt liegen im Trend

19.05.2011 - Im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts haben die Deutschen im Schnitt mehr Milchprodukte konsumiert. Dabei war eine gewisse Umschichtung des Verbrauchs festzustellen. Der Konsum von Käse und Frischprodukten wie Joghurt, Milchmischgetränke usw. nahm zu, während bei Konsummilch und Butter Einschränkungen zu verzeichnen waren. Der Gesamtverbrauch in Milchäquivalent ist aber steigend.

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Käse stieg nach Berechnungen der BLE innerhalb des Jahrzehnts um 1,8 kg je Bundesbürger. Für 2010 wird eine überdurchschnittliche Zunahme von 0,5 kg ausgewiesen. Besonders deutlich ist seit 2000 der Verbrauch von Pasta-Filata-Käse gestiegen, der sich bis 2010 fast verdreifacht hat. Auch Schnittkäse ist mit einem Mehrkonsum von 0,9 kg je Kopf ein Wachstumssegment geblieben, während sich bei Frischkäse ein Verbrauchsrückgang eingestellt hat.

Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich bei den Deutschen neben Käse auch hochveredelte Milchfrischprodukte wie fermentierte Milcherzeugnisse, Milchmischerzeugnisse, Milchmischgetränke und Desserts. Der Verbrauch je Bundesbürger nahm im vergangenen Jahrzehnt um 2 kg zu. Der Verbrauch von Joghurt legte dabei überdurchschnittlich um 2,5 kg zu.

Der Absatz von Konsummilch ging im Schnitt der vergangenen zehn Jahren zurück, unterlag von Jahr zu Jahr aber teilweise recht deutlichen Schwankungen. Die Umschichtung des Verbrauchs von Vollmilch hin zu fettärmeren Produkten, die in der ersten Hälfte des Jahrzehnts recht ausgeprägt war, ist in den letzten Jahren zum Stillstand gekommen. Inzwischen hat Vollmilch sogar wieder leicht an Marktanteil gewonnen. Rückläufig war in den letzten Jahren der Verbrauch von Buttermilch und von Sahne.

Geschrumpft ist auch der Butterverbrauch. 2000 hatte er sich noch auf 6,6 kg je Kopf belaufen. 2009 sank er dann auf einen Tiefststand von 5,8 kg, um sich 2010 wieder auf 6 kg zu erholen. (ZMB)


 

USA: Mehr Milch zu Joghurt und Käse verarbeitet

12.05.2011 - Der US-Milchmarkt wächst. 2010 wurden in den USA mit 87,5 Mio. t 1,8 % mehr Milch erzeugt als im Vorjahr. Bei rückläufigen Kuhbeständen war das Wachstum ausschließlich auf weiter steigende Leistungen zurückzuführen. Die durchschnittliche Jahresmilchmenge je Kuh hat einen neuen Rekord von 9.593 kg erreicht und sich damit der 10.000 kg-Marke weiter angenähert. Allerdings gingen die Gehalte an Inhaltsstoffen zurück. Der durchschnittliche Fettgehalt ist im zweiten Jahr in Folge gesunken und hat einen Tiefststand von 3,66 % erreicht. 99,5 % der in den USA erzeugten Milch werden an Molkereien angeliefert und dort verarbeitet.

Die Milchpreise in den USA haben sich 2010 wie auch in anderen Ländern nach einem Tiefststand im Vorjahr kräftig erholt. Im Durchschnitt aller Klassen und Regionen erreichten die Milchpreise einen Stand von 36,04 USD/kg, das waren 26,5 % mehr als Vorjahr. Umgerechnet beliefen sich die Milchpreise auf 27,19 EUR/kg.

Bei höherem Milchaufkommen stellten die Molkereien in den USA mehr Milchprodukte her. Ähnlich wie in der EU bindet das Käsesegment den größten Teil des Rohstoffs und wächst weiter. 2010 erreichte die Käseproduktion einen neuen Rekord von 4,7 Mio. t mit einer Wachstumsrate im Vergleich zum Vorjahr von 3,6 %. Während die Cheddar-Herstellung nur leicht um 0,9 % wuchs, war bei Mozzarella eine dynamische Entwicklung mit einem Plus von 6,8 % festzustellen. Die Joghurtherstellung in den USA ist in den letzten Jahren zunehmend gestiegen. 2010 hat sich das Wachstum auf eine Rate von 9,1 % beschleunigt.

Während die Butterproduktion um 0,5 % gesunken ist, wurden 4,8 % mehr Magermilchpulver erzeugt als im Vorjahr. Die Molkenpulverherstellung ist nicht entsprechend der Käseproduktion gewachsen. Hingegen wurde mit Plus von 25,6 erheblich mehr Laktose hergestellt. (ZMB)


EU: Exportumsatz 2010 deutlich gestiegen – Russland wichtigster Kunde

05.05.2011 - Die europäische Milchwirtschaft hat 2010 Milchprodukte (Zolltarifstellen 0401 – 0406) im Wert von 7,13 Mrd. EUR exportiert, das sind 37,5 % mehr als im Vorjahr. Die Umsatzsteigerung war auf höhere Mengen und höhere Preise zurückzuführen. Auf die zehn bedeutendsten Abnehmerländer entfällt mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes und auf die zwanzig größten mehr als zwei Drittel. Die Umsatzzuwächse auf den einzelnen Märkten waren recht unterschiedlich. In allen der 20 bedeutendsten Abnehmerländer waren aber Umsatzsteigerungen zu verzeichnen. Nur in wenigen Ländern kam es zu Abnahmen.

Der größte Markt war wie im Vorjahr Russland, wobei die Steigerungsrate dort weit überdurchschnittlich war. 82,9 % mehr Umsatz als im Vorjahr wurden 2010 in Russland erzielt. Der Anteil Russlands am gesamten Umsatz im Drittland hat sich von 12 % in 2009 auf 16 % in 2010 erhöht. Das heißt, etwa jeder sechste Export-Euro wurde in Russland erzielt. Zweitgrößter Abnehmer sind die USA geblieben mit einer allerdings unterdurchschnittlichen Steigerungsrate von 9,6 %. Noch größer als in Russland war die Zunahme in Algerien, das vor die Schweiz auf den dritten Rang aufgerückt ist. Beachtliches Wachstum war auch in Indonesien, dem Oman und Südkorea festzustellen. (ZMB)


EU: Mehr Milchprodukte exportiert

28.04.2011 - In den ersten zwei Monaten von 2011 hat die EU-Milchwirtschaft ihre Exporte von Milchprodukten auf den Weltmarkt weiter gesteigert. Besonders gefragt war am internationalen Markt europäischer Käse. Die Käseexporte erhöhten sich nach einem bereits absatzstarken Vorjahr um 17,6 % und erreichten damit eine Menge von 105.900 t. Auch die Ausfuhren von Magermilchpulver, Kasein, Molkenpulver und Butter nahmen im Vergleich zum Vorjahr zum Teil deutlich zu. Einbußen mussten allerdings bei Vollmilchpulver hingenommen werden. (ZMB)


USA: Exportboom bei Milchprodukten

21.04.2011 - Die USA haben zu Beginn von 2011 ihre Exporte von Milchprodukten im Vergleich zum Vorjahr kräftig gesteigert. So haben sich die Magermilchpulverexporte auf mehr als das Zweieinhalbfache erhöht. Wichtigster Abnehmer war Mexiko mit einer noch eher bescheidenen Steigerungsrate von 60 %. Zum zweitgrößten Kunden ist Indonesien aufgestiegen, das fast die elffache Menge aus den USA bezogen hat wie im Vorjahr. Massive Steigerungen waren auch in Vietnam und den Philippinen festzustellen. Die Ausfuhren von Butter und Käse haben sich jeweils verdoppelt. Bei den Butterexporten gab es besonders starke Zuwächse in Mexiko und Marokko. Die Käseexporte legten in Südkorea besonders stark zu. Die Molkenpulverexporte haben von dem Exportboom der Milchprodukte nicht profitiert – sie gingen um 2 % zurück.

Im Rahmen des cwt-Programms der Genossenschaften wurden 2011 Bonuszahlungen für den Export von 11.074 t Käse in 16 Länder bewilligt. Für andere Milchprodukte wurden im laufenden Jahr keine Zahlungen gewährt. 2010 wurden für 35.200 t Käse und 15.000 t Butter Exportzuschüsse erteilt. (ZMB)


Argentinien: Weniger Milchpulver exportiert

14.04.2011 - 2010 hat Argentinien Milchprodukte im Wert von 1,057 Mrd. USD exportiert, das war wertmäßig im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 40 %. Der höhere Umsatz im Exportgeschäft ist vor allem auf höhere Preise zurückzuführen. Die Ausfuhren der in Milchäquivalenten umgerechnet bedeutendsten Artikel Vollmilchpulver und Käse sind im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Rückgänge hatten auch die Exporte von Butter, Kasein und Laktose zu verzeichnen. Deutliche Steigerungen waren hingegen bei Magermilchpulver, Butteröl, Molkenprodukten, Dulce de Leche und Eis zu beobachten. (ZMB)


EU: Expansion der Milchanlieferung schwächt sich ab

07.04.2011 - Im Februar 2011 hat sich das Milchaufkommen in der EU-27 mit einem Plus von schätzungsweise 2,9 % erneut deutlich über dem Vorjahresniveau bewegt. Im Vergleich zum vorangegangenen Januar mit einer Steigerung um 3,1 % haben sich die expansiven Tendenzen aber etwas abgeschwächt. Überdurchschnittlich stark nimmt das Milchaufkommen weiterhin in Frankreich, Irland, Belgien und dem Vereinigten Königreich zu. Auch in Polen und dem Baltikum haben sich wieder steigende Milchmengen eingestellt. In Deutschland ist die Zunahme des Milchaufkommens derzeit unterdurchschnittlich. In den ersten elf Monaten des laufenden Quotenjahres wurden in der EU-27 im Schnitt 2,2 % mehr Milch angeliefert als im Vorjahreszeitraum.

Die aktuelle Steigerung der Milchmenge relativiert sich, wenn man berücksichtigt, dass das Milchaufkommen in den beiden Vorjahren zum Jahresbeginn jeweils rückläufig war. So wurden im Februar 2011 lediglich 1,6 % mehr angeliefert als im Februar 2009. Im Vergleich zu 2008 beträgt die Zunahme im Tagesdurchschnitt sogar nur 0,4 %. (ZMB)


Brasilien: Wieder Nettoimporteur

31.03.2011 - Brasilien scheint wieder zum Nettoimporteur von Milch zu werden, von 2006 bis 2009 hatten die Exporte die Importe übertroffen. 2008 hatte Brasilien eine Rekordmenge von 83.000 t Milchpulver exportiert. 2010 sind die Milchpulverexporte wieder auf 5.100 t zurückgefallen. Auch die Ausfuhren von Kondensmilch und Käse sind gesunken. Damit fielen die Importe von Milchpulver wieder um ein Vielfaches höher aus als die Exporte.

Auch bei Käse haben die Nettoimporte in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. In den ersten zwei Monaten hat sich die Entwicklung fortgesetzt. Exportiert wurden lediglich marginale Mengen, während die Importe im Vergleich zum Vorjahr deutlich zulegten. (ZMB)


Milchmarkt 2020: Exporte erlangen mehr Marktbedeutung

24.03.2011 – Für den Milchmarkt in der EU ist das begonnene Jahrzehnt der Aufbruch in eine neue Ära, wie Monika Wohlfarth in ihrem Vortrag am 18.03.2011 auf dem 2. Berliner Milchforum aufzeigte. Dies betrifft sowohl die Milchproduktion und –verarbeitung wie auch die Absatzstrukturen. Die Milcherzeugung sowie die Bedeutung der Vermarktung außerhalb des Binnenmarktes werden steigen – und dies voraussichtlich bei höherem Preisniveau, aber dennoch stärker schwankenden Preisen.


Die Folien zum Vortrag stehen hier zum Download zur Verfügung

Im vergangenen Jahrzehnt war der Milchmarkt in der EU von sinkenden Exportüberschüssen und einer steigenden Fixierung des Absatzes auf den Binnenmarkt gekennzeichnet. Ursachen waren die Deckelung der Milchproduktion durch das Quotensystem wie auch die Erweiterung der EU von 15 auf 27 Mitgliedstaaten, die zu einer stärkeren Zunahme an Bevölkerung als an Milchproduktion führte. Der Milchmarkt weltweit ist so ohne die EU, den immer noch größten Milchproduzenten, gewachsen. Durch die Reform der EU-Milchmarktordnung seit 2004, das anstehende Auslaufen der Quotenregelung im Jahr 2015, das bereits durch schrittweise Quotenerhöhungen vorbereitet wird, und die weltweit wachsende Nachfrage eröffnen sich Möglichkeiten, die Milchproduktion in der EU wieder auszudehnen.

Für die zusätzlichen Milchmengen wird auch Nachfrage bestehen. Die zu erwartenden unterschiedlichen Bevölkerungsentwicklungen in den verschiedenen Regionen der Welt und die sehr unterschiedlichen Verbrauchsniveaus zeigen, wo die Absatzpotenziale liegen werden. Bereits in den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass die Schwellenländer als Importeure an Bedeutung gewinnen und die Milchimporte der Industrieländer wie der EU und der USA zurückgehen. 2010 sind die Importe Chinas und Russlands, die inzwischen etwa 20 % der gesamten Importe abnehmen, besonders stark gestiegen.

Durch die strukturellen Veränderungen in der Vermarktung mit einer stärkeren Exportorientierung kommen auf die gesamte Wertschöpfungskette neben neuen Absatzchancen auch Herausforderungen zu. Bereits seit 2007 zeigen sich als eine Begleiterscheinung erhebliche Preisschwankungen, die auf leichte Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage zurückzuführen sind.

Bereits seit Herbst 2009 sind die Preise für Milchprodukte in einer nahezu stetigen zyklischen Aufwärtsbewegung – abgesehen von kurzfristigen nervösen Ausschlägen. Die Milcherzeugung weltweit ist wieder langsamer gestiegen als die Nachfrage. Teilweise ist diese Entwicklung auf widrige Witterungsumstände zurückzuführen. Im Zuge des Klimawandels werden nicht planbare wetterbedingte Produktionsschwankungen Marktungleichgewichte möglicherweise in zunehmendem Ausmaß verstärken.

In der EU reagiert die Milchanlieferung auf die Erholung der Erlöse und steigt seit Mitte 2010 wieder an, nachdem sie im Zuge der Milchpreiskrise 2009 gesunken war. 2010 haben die Milchexporte der EU den höchsten Stand in der vergangenen Dekade erreicht – bei steigenden Preisen. Auch in den ersten Wochen von 2011 war eine starke Nachfrage nach Milchprodukten aus der EU vom internationalen Markt festzustellen, die die Preisentwicklung erneut beflügelt hat, wobei zunächst vor allem die Preise für Butter und Milchpulver stärker stiegen. Inzwischen hat auch bei Käse ein Anstieg eingesetzt, während im weißen Sortiment noch Nachholbedarf besteht. Ende Februar kam der Preisauftrieb wieder zum Stillstand. Bei voraussichtlich steigenden Milchmengen in 2011 wird die Marktentwicklung entscheidend durch die weitere Entwicklung des Exportgeschäftes beeinflusst werden. Bis in den Herbst hinein werden die EU und die USA die Hauptlieferanten sein, da die Produktion auf der Südhalbkugel saisonal rückläufig ist und erst nach der Jahresmitte wieder an Fahrt gewinnt. Internationale Experten prognostizieren für China einen weiteren Anstieg der Milchimporte. Auch im Falle Russlands ist mit weiter hohem Bedarf zu rechnen. In Nordafrika und dem Nahen Osten wird man bei politisch instabiler Lage voraussichtlich auf eine ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln bedacht sein. (ZMB/WO)


Frankreich: Ausfuhren von Magermilchpulver deutlich gestiegen

17.03.2011 – Frankreich hat 2010 bei einer um 0,6 Mio. t gesteigerten Milchanlieferung mehr Milchprodukte exportiert. Wertmäßig stiegen die Exporte um 15 % auf ein Gesamtvolumen von 6,9 Mrd. Euro. Knapp 40 % der Exporte entfielen wertmäßig auf Käse. Mengenmäßig betrachtet stiegen die Käseexporte um 8 % auf 640.000 t. Die Käseeinfuhren gingen hingegen um 4,3 % zurück.

Die Ausfuhren von loser Milch stiegen um 3,1 %, wobei Italien der größte Abnehmer ist. Die Exporte von abgepackter Konsummilch sanken hingegen um 4,7 %. Spanien, der größte Abnehmer nahm sogar 26 % weniger ab. An Sahne, Butter, Kondensmilch Mager- und Molkenpulver wurde mehr ausgeführt als 2009. Am deutlichsten legten dabei mit 57,4 % die Exporte von Magermilchpulver zu. Flüssige Molke wurde ebenfalls in deutlich umfangreicherem Maße ausgeführt, spielt aber mengenmäßig eine untergeordnete Rolle. Rückläufige Ausfuhren waren bei Vollmilchpulver und Kasein zu beobachten.

Die Importe beliefen sich wertmäßig insgesamt auf 3,33 Mrd. EUR und damit auf weniger als die Hälfte der Exporte. Neben den Käseimporten sanken auch die von Magermilchpulver, Frischprodukten und loser Milch. Bei den anderen Produktgruppen stiegen die Importe an, vor allem auch bei Butter und Butteröl. An flüssiger Molke, Molkenpulver und Vollmilchpulver wurde ebenfalls mehr importiert. (ZMB)


Deutschland: Käseproduktion 2010 erneut deutlich gestiegen

10.03.2011 - An die deutschen Molkereien wurde laut Veröffentlichungen der BLE 2010 29,08 Mio. t Milch angeliefert. Das waren 1,6 % mehr als im Jahr zuvor und die höchste Menge seit der Wiedervereinigung. In der verarbeiteten Milchmenge waren 416.800 t aus benachbarten EU-Ländern enthalten, 14,1 % mehr als im Vorjahr. Von deutschen Erzeugern erfassten die Molkereien mit 28,66 Mio. t 1,5 % mehr als 2009. Die Anlieferungen von westdeutschen Milchbauern stiegen um 2,2 %, während von ostdeutschen Betrieben 1,3 % weniger eingingen. Der durchschnittliche Fettgehalt der Milch ist im zweiten Jahr in Folge leicht angestiegen, nachdem er 2008 auf einen Tiefststand von 4,14 % gesunken war. Der Eiweißgehalt blieb hingegen unverändert.

In der Milchverarbeitung hat die Käseproduktion 2010 entsprechend dem langfristigen Trend an Bedeutung gewonnen und einen neuen Rekordwert erreicht. An Käse (ohne Schmelzkäse) wurden in Deutschland 2010 2,17 Mio. t hergestellt. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Erzeugung um 3,9 % zugenommen und damit stärker als das Rohstoffaufkommen. Um 8,4 % ist die Schnittkäseproduktion weit überdurchschnittlich gestiegen. Dahingegen ist die Erzeugung von Pasta Filata-Käse, die im vergangenen Jahrzehnt kontinuierlich gewachsen war, erstmals um 2,6 % geschrumpft.

Im weißen Sortiment wurde eine leichte Produktionsausdehnung verzeichnet, wobei die Entwicklungen recht unterschiedlich waren. Die Konsummilchherstellung hat sich auf dem gestiegenen Vorjahresniveau knapp behauptet. In der Gruppe der Frischprodukte, also fermentierten Milchprodukten, Desserts und Milchmischgetränke war nach einem leichten Rückgang im Vorjahr wieder ein Wachstum um 1,9 % zu beobachten. Das größte Segment der Produkte mit Zusätzen ist um 3,4 % überdurchschnittlich stark gewachsen. Die Produktion von Naturjoghurt ist hingegen nach einer Ausdehnung im Vorjahr wieder eingeschränkt worden, während an sonstigen Sauermilcherzeugnissen und Kefir ohne Zusätze wiederum mehr hergestellt worden ist. Die Sahneerzeugung ist zurückgegangen, blieb aber höher als 2008.

Bei der starken Ausweitung der Käseproduktion verblieb weniger Rohstoff für die Herstellung von Butter und Dauermilcherzeugnissen. Bei Butter war ein leichter Rückgang der Erzeugung um 0,7 % zu verzeichnen. Wesentlich stärker war die Einschränkung bei Magermilchpulver ausgeprägt, die sich auf 9,5 % belief. Wieder mehr Magermilch ist zu Kasein verarbeitet worden. Die Kaseinproduktion hat sich nach einem Einbruch in 2009 wieder um 13,3 % erhöht. Ausgedehnt worden ist außerdem die Produktion von Vollmilchpulver. Mit der höheren Käse- und Kaseinerzeugung stand auch mehr Molke zur Verfügung. An Molkenpulver wurden 8 % mehr produziert als 2009. (ZMB)


Deutschland: Milcherzeugerpreise 2010 um 25 % gestiegen

03.03.2011 - Die deutschen Molkereien zahlten 2010 im Schnitt für Milch mit einem Standardgehalt an Inhaltsstoffen von 3,7 % Fett und 3,4 % Eiweiß 30,09 Eurocent/kg aus, das waren 6,01 Cent mehr als im Krisenjahr 2009. Dies geht aus dem Statistischen Monatsbericht des BMVEL hervor. Prozentual betrachtet entspricht dies einer Steigerung um ca. 25 %.

Die Milchpreise haben sich damit schneller und stärker erholt als zu Beginn von 2010 erwartet. Es handelt sich sogar um den vierhöchsten Preis im vergangenen Jahrzehnt. Seit 2007 haben die jährlichen Schwankungen der Milcherzeugerpreise deutlich zugenommen. (ZMB)


Deutschland: Erstmals mehr als 1 Million Tonnen Käse exportiert

24.02.2011 - Deutsche Milchprodukte sind im Ausland gefragt. 2010 hat die deutsche Milchwirtschaft wiederum mehr exportiert als im Vorjahr. In nahezu allen Produktkategorien waren steigende Auslandsabsätze zu beobachten.

Ein Großteil der deutschen Milchexporte geht in Länder der Europäischen Union. 2010 waren aber auch bei den Drittlandsexporten deutliche Steigerungen zu verzeichnen. Besondere Bedeutung bei den Ausfuhren auf den internationalen Markt hat der Käseexport, auf den sowohl mengen- wie auch umsatzmäßig der größte Anteil entfällt.

Hauptabnehmer unter den Drittländern ist Russland. Die Ausfuhren von Käse aus Deutschland nach Russland stiegen im Jahr 2010 auf 86.105 t und lagen damit um 69 % über den im Vorjahr exportierten Mengen.

Auch einschließlich der Ausfuhren in die EU-Länder betrachtet ist Käse der Hauptumsatzträger beim Export von Milchprodukten. 2010 hat der deutsche Käseexport, der im vergangenen Jahrzehnt nahezu kontinuierlich gewachsen ist, erstmals die Marke von einer Million Tonnen durchbrochen. Innerhalb von 10 Jahren sind die deutschen Käseausfuhren um mehr 400.000 t gestiegen. Damit ist Deutschland zum größten Käseexporteur innerhalb der EU aufgestiegen. (ZMB)


USA: Erheblich mehr Milchprodukte exportiert

17.02.2011 - Nach einem schwachen Exportjahr 2009 hat die US-Milchwirtschaft ihre Ausfuhren 2010 beträchtlich gesteigert und ihre Stellung als Nettoexporteur von Milch weiter ausgebaut. In allen Produktgruppen waren kräftige Zuwächse im Vergleich zum Vorjahr zu beobachten.

Die Käseexporte erhöhten sich um 59,9 % auf 173.530,9 t und haben damit den höchsten Stand aller Zeiten erreicht. Die Magermilchpulverexporte, die sich um 55,1 % erhöhten, haben ihren historischen Rekord von 2008 von damals 402.500 t nur leicht unterschritten. Die Butterexporte haben sich nach ihrem Einbruch 2009 wieder erhöht, fielen aber deutlich niedriger aus als 2008 mit damals rund 80.000 t. Der Export von Vollmilchpulver hat sich mehr als verdoppelt, ist aber weiter vergleichsweise bescheiden. Die absolut betrachteten höchsten Mengen wurden an Molkenpulver mit 435.178 t exportiert. Wertmäßig betrachtet war Magermilchpulver das bedeutendste Produkt.

Die Importe der USA, bis 2008 noch der zweitgrößte Importeur von Milchprodukten weltweit, sind 2010 ihrem längerfristigen Trend folgend weiter geschrumpft. An Butter, Käse und Kasein wurde weniger importiert als im Vorjahr. Die Käseimporte hatten sich in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrzehnts durchgehend auf über 200.000 t jährlich belaufen. (ZMB)


EU: Milchanlieferung 2010 um 1,8 Mio. t gestiegen

10.02.2011 - An die Molkereien in der EU-27 wurden 2010 nach Schätzungen der ZMB 136 Mio. t Milch angeliefert. Das waren 1,8 Mio. t bzw. 1,3 % mehr als im Vorjahr, das mit einem Rückgang des Milchaufkommens um rund 600.000 t geendet hatte. 2008 war die Milchanlieferung in ähnlicher Größenordnung gestiegen wie 2010.

Waren die Anlieferungen im ersten Quartal 2010 noch unter dem Vorjahresniveau sind sie in den Folgequartalen zunehmend gestiegen, wobei im Dezember wieder eine Abschwächung des Wachstums festzustellen war. Am stärksten zugenommen haben die Milchmengen in Frankreich, Deutschland, Irland und dem Vereinigten Königreich. In einigen Ländern war das Milchaufkommen aber weiter rückläufig. (vgl. Dairy World Marktreport Rohstoffsituation 1/2011).

Die expansive Entwicklung der Milchanlieferung in der EU ist vermutlich auf die Erholung der Milchpreise im Laufe von 2010 und die vorhandenden Spielräume bei den Milchquoten zurückzuführen. Im neuen Quotenjahr 2011/12 wird das Quotenkorsett für einige Länder wieder erheblich enger werden. (ZMB)


USA: Mehr Käse produziert

03.02.2011 - In den USA wurden 2010 1,8 % mehr Milch erzeugt als im Vorjahr, was einer zusätzlichen Menge von 1,5 Mio. t entspricht. Die zusätzlichen Mengen wurden überwiegend zu Käse verarbeitet. Die Käseproduktion stieg um 3,3 % und erreichte ein Volumen von 4,7 Mio. t. Auch die Herstellung von Magermilchpulver wurde weiter ausgedehnt, während die Butterproduktion leicht rückläufig war. Eine deutliche Ausweitung erfuhr auch die Produktion von Vollmilchpulver, auch wenn die Mengen nach wie vor unbedeutend sind. Ebenfalls gesteigert wurde die Erzeugung von Molkenpulver. (USDA)


EU: Milchanlieferung weiter über Vorjahresniveau

19.01.2011 - Die Milchanlieferung an die Molkereien in der EU hat im November ihren saisonalen Tiefpunkt erreicht. Auch während des Saisontiefs bewegte sie sich aber deutlich über dem Vorjahresniveau. Dieses wurde im Schnitt um 3,2 % übertroffen. Während sich die Zuwachsraten in Ländern mit umfangreicher Milchproduktion wie Deutschland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich und Polen zum Teil verringert haben, hat sich der Vorsprung in Irland auf 39,3 % erhöht. Die Anlieferung in Irland ist extrem saisonal und hat sich im November bereits ihrem Saisontief angenähert, das üblicherweise in den Januar fällt. Im November hat das Aufkommen bereits weniger als die Hälfte der Mai-Anlieferung betragen. Die Steigerung im Vergleich zum Vorjahr hat aber dennoch einer Menge von rund 90.000 t betragen und sich damit auf fast ein Drittel der Steigerung in der EU insgesamt belaufen. An der Milchanlieferung in der EU hatte Irland 2010 einen Anteil von weniger als 4 %.

In den ersten elf Monaten ist das Milchaufkommen in der EU nach vorläufigen Daten um 1,3 % gestiegen. Dies entspricht einer zusätzlichen Menge von 1,5 Mio. t. Die mengenmäßig größten Zuwächse waren in Frankreich, Deutschland, Irland und dem Vereinigten Königreich zu beobachten. (ZMB)


Nachfrage nach Milchpulver übersteigt das Angebot

12.01.2011 - An den Märkten für Milchpulver und Molkenpulver ist eine für die Jahreszeit ungewöhnliche Festigkeit zu beobachten. Die Nachfrage übersteigt das Angebot und die Preise haben in den letzten Tagen bei Vollmilchpulver, Magermilchpulver in Futter- und Lebensmittelqualität sowie bei Molkenpulver weiter angezogen. Für das erste Quartal 2011 ist der weitaus überwiegende Teil der Produktion bereits verkauft, so dass kaum noch Mengen angeboten werden. Für das zweite Quartal sind teils Verhandlungen im Gang. Überraschend ist, dass bei Magermilchpulver für Futtermittelware steigende Preise geboten werden und dass die Preisdifferenz zwischen Futter- und Lebensmittelware weiter geschrumpft ist. Dies legt einen drängenden Bedarf in der Futtermittelindustrie nahe. In den vergangenen Wochen sind eine Reihe von Exportgeschäften mit Magermilchpulver zu Stande gekommen, für die noch eingedeckt wird. Das Exportgeschäft mit EU-Ware profitiert von dem schwächeren Euro, der Nachfrage aus Asien und davon, dass die Milchproduktion auf der Südhalbkugel hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückbleibt. Beim Verwaltungsausschuss in Brüssel am 6. Januar 2011 gingen für 18 914 t Magermilchpulver aus Interventionsbeständen Gebote ein. Verkauft wurden 5.396 t zu einem Mindestverkaufspreis von 212,10 €/100 kg.

Vollmilchpulver ist weiter gesucht und das Angebot ist knapp. Die Preise sind weiter gestiegen. Bei Molkenpulver haben die Preise in den letzten Tagen erneut kräftig angezogen, bei Futtermittelware stärker als bei Lebensmittelware. In Asien besteht derzeit eine starke Nachfrage nach Molkeerzeugnissen. (ZMB)


Australien: 6 % der Milchproduktion in Queensland

06.01.2011 - In Australien wurden im Wirtschaftsjahr 2009/10 nach Angaben der Australian Dairy Corporation (ADC) ca. 9,3 Mio. t Milch erzeugt, davon 6 % in Queensland, das derzeit von sindflutartigen Überschwemmungen betroffen ist. Für das Wirtschaftsjahr 2010/11 war ursprünglich ein Anstieg der Erzeugung für Australien von 2 % prognostiziert worden. Dieser dürfte unter den aktuellen klimatischen Bedingungen voraussichtlich nicht erreicht werden, auch wenn die Überschwemmungen nicht in einer Hauptmilcherzeugungsregion lokalisiert sind. Von Juli bis Oktober 2010 waren 0,2 % mehr erzeugt worden als im Vorjahr.

2009/10 war die Milchproduktion, die in den vergangenen Jahren durch mehrfache massive Dürren beeinträchtigt war, auf den tiefsten Stand nach 1995/96 gesunken. Die höchste Milchproduktion war in Australien 2001/02 mit 11,6 Mio. t registriert worden. Im Vergleich dazu ist die Milchproduktion bis 2009/10 um rund 20 % gesunken. Die Exportquote der australischen Milchwirtschaft liegt noch bei rund 50 Prozent, wegen der rückläufigen Erzeugung und leicht steigendem Binnenkonsum mit abnehmender Tendenz.
Während die Auswirkungen der aktuellen Überschwemmungen in Australien auf die Milchwirtschaft noch schwer abzuschätzen sind, sind die Folgen für die Getreidemärkte bereits massiv. Bei Weizen kommt es zu Ernteausfällen und zu erheblichen Qualitätseinbußen. Rund die Hälfte der Ernte ist nach Medienberichte nur noch für Futterzwecke zu gebrauchen. Australien ist der viertgrößte Weizenexporteur der Welt. Die Verluste in Australien in Verbindung mit den dürrebedingten Einbrüchen in Osteuropa im Sommer 2010 werden voraussichtlich zu einer weltweiten Steigerung der Futterkosten führen. Auch in Südamerika herrscht aktuell Dürre. Betroffen ist in Australien (und Südamerika) auch der Zuckermarkt. (ZMB)


Hausse am Buttermarkt - Butterpreise auf höchstem Niveau seit 1999

22.12.2010 - Die Butterpreise haben im Jahresdurchschnitt von 2010 voraussichtlich ihren höchsten Stand seit 1999 erreicht. Abgepackte Butter wurde in Hannover im Jahresdurchschnitt mit 3,56 EUR notiert. Wenngleich die Preise nicht so stark nach oben ausgeschlagen haben wie im Sommer 2007, wurden im Jahresdurchschnitt höhere Preise erzielt als im Ausnahmejahr 2007. Die Butterpreise waren 2010 wesentlich höher als vor Beginn der stufenweisen Absenkung des Interventionspreises in 2004. Als die Butterpreise zuletzt Ende der 1990-er Jahre ähnlich hoch waren wie im zu Ende gehenden Jahr, lag der Interventionspreis bei 328,20 EUR/100 kg, heute hingegen bei 246,39 EUR/100 kg. Damit haben sich die Butterpreise so stark von der Interventionsverwertung gelöst wie nie zuvor. Butter ist das einzige Milchprodukt, das 2010 fester bewertet wurde als 2007 und 2008.

Der Buttermarkt war 2010 vor allem in der ersten Jahreshälfte knapp versorgt. Die Butterproduktion ist auf schätzungsweise 445.000 t und damit etwa das Niveau des Jahres 2007 gesunken. Der Verbrauch in den Haushalten hatte sich 2009 wieder erholt. Mit Preisanhebungen im Einzelhandel ab Juni 2010 sind die Einkäufe der Haushalte wieder zurückgegangen. Laut Consumer-Tracking der GfK haben die Haushalte in den ersten zehn Monaten von 2010 4,7 % weniger Butter eingekauft als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig ging auch der Margarineabsatz um 1,5 % zurück. In der weiterverarbeitenden Industrie z.B. für Eiskrem und Gebäck wurde wieder mehr Milchfett eingesetzt. Das Angebot wurde durch die Auslagerung von Butter aus den Interventionsbeständen ergänzt. Damit kam der Markt wieder ins Gleichgewicht, was einen weiteren Anstieg der Preise verhindert hat. Als die Produktion im Herbst wieder anstieg, gaben die Preise wieder etwas nach. (ZMB)


Deutschland: Exporte über Vorjahresniveau

09.12.2010 - Die deutschen Ausfuhren von Milchprodukten lagen im Zeitraum Januar bis September fast durchgängig über dem Niveau des Vorjahres. Beim wertmäßig bedeutendsten Artikel, dem Käse, konnte im Vergleich zum Vorjahr eine beträchtliche Steigerung um 7,9 % beobachtet werden, wobei die Zuwächse auf dem russischen Markt weit überdurchschnitt-lich waren. Gesteigert werden konnten auch die Ausfuhren von Butter, Milchpulver und Frischprodukten. Den prozentual deutlichsten Anstieg hatte Vollmilchpulver mit 51,9 % zu verzeichnen.

Auch auf der Importseite kam es teilweise zu Steigerungen. So legten die Butter- und Käseimporte deutlich zu. (ZMB)


Deutschland: Preise für Milchpulver gestiegen

01.12.2010 - Die Lage am Markt für Magermilchpulver hat sich seit Mitte November gedreht. In den vergangenen zwei Wochen hat sich die Nachfrage belebt und es sind umfangreiche Kontrakte geschlossen worden. Die Dezemberproduktion dürfte inzwischen vollständig kontrahiert sein. Für das erste Quartal 2011 sind ebenfalls bereits größere Mengen verkauft. Für kurzfristige Lieferungen sind kaum noch Mengen verfügbar. Auch für längerfristige Abschlüsse sind teils Verhandlungen im Gang. Die Käufer am Binnenmarkt haben ihre über längere Zeit abwartende Haltung aufgegeben und wieder Geschäfte geschlossen. Durch die jüngste Abwertung des Euro ist die EU am Weltmarkt wieder konkurrenzfähig. Außerdem hat Algerien kurzfristigen Bedarf für Milchpulverimporte. Dort ist es in den vergangenen Wochen zu Engpässen bei Trinkmilch, die zum großen Teil rekombiniert wird, gekommen. Die Preise für Lebensmittelware haben angezogen. Auch Futtermittelware wird für kurzfristige Lieferungen noch gesucht und es werden deutlich höhere Preise geboten als noch vor wenigen Wochen.

Bei Vollmilchpulver ist die Situation ähnlich wie bei Magermilchpulver, wobei die Nachfragebelebung aber nicht genauso stark ausgeprägt ist. Die Anfragen haben zugenommen und die Preise haben sich nach oben bewegt.

Weiter gestiegen sind auch die Preise für Molkenpulver. Für kurzfristige Lieferungen an Futtermittelware ist die Verfügbarkeit begrenzt, während die Ware zügig abgerufen wird. Auch Lebensmittelware wird rege nachgefragt. Das Exportgeschäft profitiert von dem schwächeren Eurokurs. (ZMB)


EU: Mehr Magermilchpulver und Käse exportiert

24.11.2010 - Die EU hat in den ersten neun Monaten von 2010 insgesamt mehr Milchprodukte exportiert als im Vorjahreszeitraum. In Milchäquivalente umgerechnet stieg der Absatz außerhalb der EU um 1,3 Mio. t und damit stärker als das Milchaufkommen, das zeitgleich lediglich um 0,9 Mio. t gestiegen ist. Besonders gefragt waren am Weltmarkt Magermilchpulver und Käse aus der EU. Die Magermilchpulverexporte haben sich im Vergleich zum Vorjahr am stärksten erhöht. Sie stiegen um 89 % auf 291.000 t. Im September haben die Ausfuhren mit über 40.000 t einen neuen Rekordwert erreicht. Auch die Käseexporte haben beachtlich zugelegt. In den ersten drei Quartalen war ein Zuwachs um rund 18 % zu verzeichnen. Bei Kasein und Kondensmilch waren geringere Zuwächse zu beobachten. Bei Butter und Vollmilchpulver mussten bislang Einbußen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hingenommen werden. Anfang November war das Exportgeschäft durch den starken Euro erschwert. Nach der jüngsten Abschwächung des Euro hat sich wieder eine Belebung eingestellt. (ZMB)

 


China: Einfuhren von Milchprodukten gestiegen

17.11.2010 - Das amerikanische Landwirtschaftsministerium hat kürzlich einen Bericht über den Milchmarkt in China veröffentlicht. Für 2011 wird eine Milchproduktion von 30,5 Mio. t erwartet, was im Vergleich zu 2010 einen Anstieg um 5 % bedeuten würde. Damit bleibt die Produktion aber weiter deutlich hinter den 35 Mio. t in 2008 vor der Melaminkrise zurück. Als Folge dieser und dem verbundenen Rückgang der Nachfrage sind 15 % der Milchkühe in China geschlachtet worden. Inzwischen wird die Herde auch mittels höherer Importe von Zuchttieren wieder aufgestockt. Nach dem „Milchentwicklungsplan“, den die chinesische Regierung am 8. Juni 2010 veröffentlicht hat, soll die Milchproduktion bis 2010 auf 48 Mio. t stiegen, was gegenüber dem derzeitigen Stand annähernd einer Verdoppelung entspricht.

Der Import von Milchpulver wird dem Bericht zu Folge auch 2011 weiter hoch bleiben. Die Einfuhren von Vollmilchpulver könnten die Grenze von 400.000 überschreiten, was mehr als eine Verdopplung innerhalb von zwei Jahren bedeuten würde. Chinas Importe von Milchprodukten legten bereits 2009 deutlich zu. Dabei hatten Vollmilchpulver und Butter enorme prozentuale Zuwächse zu verzeichnen. Die umfangreichsten Mengen wurden bei Molkenpulver importiert. Der Trend zu steigenden Einfuhren setzte sich bei Käse, Mager- und Vollmilchpulver auch in den ersten acht Monaten 2010 fort. Dagegen gingen die Einfuhren von Molkenpulver und Butter im laufenden Jahr zurück. Hauptlieferant war bei Voll- und Magermilchpulver, Butter sowie Käse Neuseeland. Bei Molkenpulver kamen die umfangreichsten Lieferungen aus den USA. (ZMB)


Neuseeland: Milchspitze Ende Oktober erreicht

10.11.2010 - In Neuseeland war das Wirtschaftsjahr 2009/10 im Mai 2010 mit einer Milcherzeugung von 17 Mio. Tonnen zu Ende gegangen. Dies entspricht einem Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr von 2,6 %. In das neue Wirtschaftsjahr ist man bis einschließlich August mit einem Plus von mehr als 4 % gestartet. Im September war das Milchaufkommen dann durch ungewöhnlich kühle Witterung reduziert. Am 27. Oktober 2010 hat das größte Molkereiunternehmen Fonterra mit einem Marktanteil von ca. 90 % die Tageshöchstmenge im laufenden Wirtschaftsjahr von 76,8 Mio. Litern verarbeitet. Das waren 3 Mio. Liter bzw. 4,1 % mehr als im Vorjahr während der Milchspitze. Für das laufende Wirtschaftsjahr erwarten Experten einen Anstieg der Erzeugung von durchschnittlich 3 %, günstige Witterung vorausgesetzt.

Die Milchverarbeitung hat sich in den letzten Jahren zunehmend in Richtung Vollmilchpulver verlagert, während die Produktion der übrigen Milchprodukte weniger dynamisch und zum Teil stagnierend oder rückläufig ist.

Die in Neuseeland produzierte Milch wird zu etwa 95 % in Form von Milchprodukten auf den Weltmarkt exportiert, da der Bedarf der Bevölkerung, die lediglich 4,3 Millionen Menschen beträgt vergleichsweise gering ist. Wie in der Milchverarbeitung ist Vollmilchpulver auch im Export das wichtigste Produkt. 2009 konnten die Exporte im Vergleich zum Vorjahr erheblich gesteigert werden. Dies ist teilweise auch auf einen Bestandsaufbau in der zweiten Jahreshälfte von 2008 zurückzuführen, der im Laufe von 2009 wieder aufgelöst werden konnte.

Die Milchpreise in Neuseeland sind im Wirtschaftsjahr 2009/10 bei guter Performance gestiegen. Bei Fonterra waren es die zweithöchsten in der Firmengeschichte. Für das laufende Wirtschaftsjahr hat Fonterra in den letzten Tagen die Milchpreisprognose von 6,60 NZD/kg Milchinhaltsstoffe, was umgerechnet mehr als 30 Eurocent/kg entspricht, bestätigt. Dies ist trotz der Stärke des Neuseeland-Dollar geschehen, da sich die Preise für Milchprodukte nach Aussage des Fonterra-Vorsitzenden Sir Henry von der Heyden besser behaupten als ursprünglich erwartet. (ZMB)


Deutschland: Mehr Quote angeboten, weniger nachgefragt, Preis gesunken

03.11.2010 - Bei der Milch-Quotenbörse am 2. November 2010 wurde ein gewichteter durchschnittlicher Quotenpreis von 7 Cent je kg ermittelt. Damit wurden 4 Cent weniger gezahlt als bei der vorherigen Börse am 1. Juli. In Ostdeutschland blieben die Quotenpreise auf dem niedrigen Niveau von 3 Cent je kg, welches bereits Anfang Juli erzielt wurde. In Westdeutschland gaben die Preise gegenüber dem letzten Termin um 4 Cent auf 8 Cent je kg nach.

Im Gegensatz zum Juli-Termin bestand wieder ein deutlicher Angebotsüberhang. Einer angebotenen Menge von 421.248,6 Tonnen stand Nachfrage nach insgesamt 254.414,6 Tonnen gegenüber. Das Angebot überstieg in allen Übertragungsstellen die Nachfrage. Die umfangreichste Nachfrage war in Niedersachsen zu verzeichnen, auch wenn sie nur gut halb so umfangreich wie im Juli ausfiel. Hier wurden mit 21,8 Mio. kg die höchsten Quotenzugänge festgestellt. Zugänge wurden auch in Mecklenburg-Vorpommern (8,4 Mio. kg), Nordrhein-Westfalen (4,2 Mio. kg) und Thüringen (3,5 Mio. kg) gemeldet. Aus Bayern wanderten 16,3 Mio. kg ab.

Insgesamt wurde eine Menge von 245,1 Mio. kg und damit erneut mehr als bei den beiden letzten Terminen, aber etwas weniger als vor einem Jahr gehandelt. Die Zahl der Nachfrager ging leicht zurück, während deutlich mehr Anbieter Quote verkaufen wollten als noch im Juli. Im Osten stieg die Anzahl der Nachfrager gegenüber dem Juli-Termin auf mehr als das doppelte, im Westen ging sie leicht zurück. (ZMB)


 

EU: Mehr Käse, weniger Butter und Magermilchpulver hergestellt

20.10.2010 - Im Juli wurde die Milchverarbeitung in der EU durch das extrem heiße Sommerwetter beeinflusst. Es wurde mehr Rohstoff für die Herstellung von erfrischenden Produkten des weißen Sortimentes eingesetzt, so dass trotz höherer Milchanlieferung weniger Rohstoff für die Erzeugung von Butter und Magermilchpulver verblieb. Damit haben sich die Entwicklungen, die bereits im ersten Halbjahr festzustellen waren, fortgesetzt. Die Käseproduktion war im Durchschnitt der EU im Juli weniger expansiv als in den Monaten zuvor. Im August dürfte die Käseproduktion wieder stärker ausgedehnt worden sein. (ZMB)


EU: Weniger Butter produziert

13.10.2010 - Die Butterproduktion in der EU ist seit August 2009 anhaltend eingeschränkt worden. Im Zeitraum August 2009 bis Juli 2010 sind EU-weit rund 114.000 t weniger Butter produziert worden als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, was sich am Markt deutlich bemerkbar gemacht hat, zumal bis einschließlich Mai auch knapp 80.000 t, die 2009 an die Interventionsstellen verkauft worden waren, nicht verfügbar waren. Ausgelöst war der Rückgang der Buttererzeugung durch eine niedrigere Milchanlieferung und damit verbunden ein reduziertes Aufkommen an Milchfett bei gleichzeitig stabiler und später steigender Käseproduktion. Auch die höhere Produktion von Produkten des weißen Sortiments hat einen Beitrag geleistet. (ZMB/WO)


Frankreich: Mehr Milchprodukte exportiert

06.10.2010 - Frankreich hat im ersten Halbjahr von 2010 bei in diesem Zeitraum noch unveränderten Milchaufkommen mehr Milchprodukte exportiert als im Vorjahreszeitraum. Besonders stark zugelegt haben die Exporte von Magermilchpulver, die sich annähernd verdoppelt haben. Auch bei Käse, Butter und Kasein waren deutliche Zuwächse zu verzeichnen. Auf der Importseite wurden die höchsten Steigerungen bei Butter(äquivalenten) festgestellt. Zurückgegangen sind hingegen die Einfuhren von Käse. Butter ist das einzige der betrachteten Milchprodukte, bei dem Frankreich mehr importiert als exportiert. (ZMB/WO)


Deutschland: 2009 mehr Milch erzeugt, Milchleistungen weiter gestiegen

29.09.2010 - In Deutschland wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2009 29,2 Mio. t Milch erzeugt. Damit hat die Milcherzeugung erstmals seit 1991 die Marke von 29 Mio. t überschritten. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Produktion in Deutschland im Schnitt um 1,9 %. Dies war die höchste Steigerungsrate in einem Jahr seit 2003.

Regional war die Entwicklung unterschiedlich. In den neuen Bundesländern wurden 0,4 % weniger Milch erzeugt als im Vorjahr. Seit der Wiedervereinigung ist die Milchproduktion in Ostdeutschland aber deutlich gestiegen. 1991 hatte sie sich auf 5,8 Mio. t belaufen. 1992 war sie dann nach Herdensanierungsmaßnahmen auf 5,33 Mio. t gesunken. 2009 lag sie mit 6,4 Mio. t um 10,5 % höher als 1991.

Im früheren Bundesgebiet wurde 2009 eine überdurchschnittliche Zunahme um 2,4 % festgestellt. Innerhalb des Bundesgebiets ist in den letzten Jahren eine Wanderung der Produktion in bestimmte Regionen festzustellen, in anderen eine Abwanderung. So hat 2009 die Milchproduktion in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein mit Wachstumsraten von 3 bis mehr als 5 % zugenommen, während in Süddeutschland die Entwicklung eher stagnierend bis leicht rückläufig ist. In den neuen Bundesländern ist nur im nördlichsten Bundesland eine Steigerung festzustellen.

Die höhere Produktion beruht auf weiter steigenden Milchleistungen. Im Schnitt erhöhte sich der Milchertrag auf 6.977 kg je Kuh und Jahr. Das ist die höchste Steigerung, die je in Deutschland registriert wurde und eine Zunahme im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 %. Auch durch unterschiedliche Milchkuhrassen je nach Region bestehen deutliche regionale Unterschiede im Bundesgebiet. Am höchsten waren die Milchleistungen 2009 in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Die größten Steigerungsraten wurden in Rheinland-Pfalz und Hessen festgestellt. (ZMB/WO)


EU: Mehr Käse, weniger Milchpulver produziert

22.09.2010 - Die Verarbeitungsströme in den europäischen Molkereien haben sich im ersten Halbjahr von 2010 im Vergleich zum Vorjahr deutlich verändert. Bei weitgehend unverändertem Milchaufkommen wurde die Produktion von Käse ausgedehnt. Sie stieg um 1,6 %, was einer mengenmäßigen Zunahme um 64.000 t entspricht. Auch an Produkten des weißen Sortiments wurde mehr hergestellt als im Vorjahreszeitraum. Im Gegenzug wurde die Produktion von Butter und Magermilchpulver eingeschränkt. Auch an Vollmilchpulver und Kondensmilch wurde weniger produziert. Damit haben sich die langfristigen Trends in der europäischen Milchverarbeitung hin zu einem höheren Anteil von Käse und hochveredelten Frischprodukten, die 2009 kurzfristig unterbrochen waren, wieder eingestellt. (ZMB)


Schweiz: Markt für Biomilch wächst

15.09.2010 - In der Schweiz wird mehr Biomilch erzeugt und verarbeitet. Im ersten Halbjahr von 2010 stieg die Erzeugung um 4 % auf 113.470 t. Über 82 % dieser Menge konnten auch zu Biomilcherzeugnissen verarbeitet werden. Im Vorjahreszeitraum hatte diese Rate noch bei knapp 80 % gelegen.

Die meiste Biomilch wird zu Käse verarbeitet. Hier waren auch die Steigerungsraten im ersten Halbjahr von 2010 mit einem Plus von 16,6 % am größten. Die Erzeugung von Käse aus Bio-Milch legte bereits 2009 zu. Auch bei der Herstellung von Konsummilch und Joghurt aus Bio-Milch war eine anhaltende Steigerung zu beobachten. Die Produktion von Quark ging nicht mehr so deutlich zurück, während bei den übrigen Frischmilchprodukten und Butter nach einem Rückgang in 2009 jetzt ein Produktionsanstieg sichtbar wird. Dagegen ging die Erzeugung von Dauermilchwaren im ersten Halbjahr 2010 deutlich zurück. (ZMB)


EU: Im ersten Halbjahr 14 % mehr Milch exportiert

09.09.2010 - Die EU hat im ersten Halbjahr von 2010 mehr Milchprodukte auf den Weltmarkt exportiert als im gleichen Zeitraum von 2009. Umgerechnet in Milchäquivalente wurden rund 7 Mio. t Milch nach Drittländern verbracht. Das waren knapp 0,9 Mio. t bzw. 14 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig war das EU-Milchaufkommen im ersten Halbjahr leicht rückläufig.

Besonders kräftig gestiegen sind die Ausfuhren von Käse und von Magermilchpulver. Die Käseexporte erhöhten sich im betrachteten Zeitraum 21,4 % auf 319.900 t, die von Magermilchpulver sogar um 87,5 % auf 182.200 t. Bei Kasein, Butter und Kondensmilch fielen die Zuwächse bescheidener aus. Die Ausfuhren von Molkenpulver haben sich knapp auf dem Vorjahresniveau behaupten können. Bei Vollmilchpulver mussten die EU-Exporteure im bisherigen Jahresverlauf einen Rückgang um 5,5 % hinnehmen. (ZMB)


Deutschland: Mehr Milch zu Käse verarbeitet

01.09.2010 - An die deutschen Molkereien wurden im ersten Halbjahr von 2010 14,74 Mio. t Milch angeliefert, das waren 0,3 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Milchanlieferung hatte im ersten Quartal um 1 % unter dem Vorjahresniveau gelegen und ist seit April wieder höher als 2009. Der durchschnittliche Gehalt an Fett war im ersten Halbjahr um 0,03 Prozentpunkte höher als im Vorjahr, während ein unveränderter Proteingehalt registriert wurde.

Die Erzeugung von Käse wurde bei guter Nachfrage, vor allem auch für den Export, wieder stärker ausgeweitet als in den Vorjahren. Damit hat Käse einen höheren Teil des Milchaufkommens gebunden. Mit 1,024 Mio. t wurden – ohne Schmelzkäse – 4,6 % mehr Käse hergestellt als im Vorjahreszeitraum. Besonders umfangreich waren die Zuwächse bei Schnittkäse. Mit einem Plus von 9,7 %. fiel die Schnittkäseerzeugung im ersten Halbjahr 2010 in Deutschland umfangreicher aus als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Fast in allen Segmenten des Käsemarktes war Wachstum zu beobachten. Lediglich bei Hartkäse und halbfestem Schnittkäse wurde weniger produziert als vor einem Jahr.

Im Weißen Sortiment ist die Produktion ebenfalls gestiegen, allerdings waren die Zuwachsraten kleiner als bei Käse. An Konsummilch wurden mit 2,64 Mio. t 1,5 % mehr hergestellt als im Vorjahreszeitraum. Etwas größer waren die Zuwächse bei den Frischprodukten mit einer Steigerung um 2,2 %. Die Erzeugnisse mit Zusätzen sind um 3,7 % überdurchschnittlich gestiegen, während fermentierte Milchprodukte ohne Zusätze, die im Vorjahr gewachsen waren, wieder rückläufig waren.

Die Herstellung der Interventionsprodukte Butter und Magermilchpulver folgte wieder ihrem langfristig rückläufigen Trend und ging zurück. Bei Magermilchpulver fiel die Produktionseinschränkung mit einem Minus von 10,3 % erheblich größer als bei Butter, wo sich der Rückgang auf 3,7 % belief. Auch die Erzeugung von Vollmilchpulver wurde eingeschränkt. (ZMB)


Pakistan: Viehbestände durch Flut bedroht

25.08.2010 - In Pakistan, wo durch Überflutungen nach Angaben der Regierung mindestens 1.800 Menschen ums Leben gekommen und Hunderttausende obdachlos geworden sind, ist auch die Landwirtschaft stark durch die Katastrophe betroffen, wie die FAO am 20. August mitteilte. Bereits 200.000 Kühe, Schafe, Büffel, Ziegen und Esel seien nach offiziellen Angaben der Behörden bislang als verendet oder vermisst gemeldet. Die endgültigen Zahlen werden aber erheblich höher ausfallen und möglicherweise in die Millionen gehen. Die FAO geht davon aus, dass für die überlebenden Tiere eine starke Knappheit an Futtermitteln bestehen wird, die den Viehbestand für mehrere Generationen bedrohen könnte.

Viele Tiere seien zurückgeblieben, da die Menschen sie bei ihrer Rettung vor den Fluten nicht mitnehmen konnten. Kleinere Tiere wie Geflügel oder ein Schaf konnten auf ein Boot noch mitgenommen werden, nicht aber Großvieh wie Kühe oder Büffel. Durch die Fluten seien die Regionen mit der höchsten Dichte an Vieh betroffen. Die FAO weist darauf hin, wie wichtig das Vieh für arme Menschen in diesem Land sei. Es sei ihr mobiler „Geldautomat“. Jedes Tier das gerettet würde, sei ein Vermögenswert, mit dem arme Familien ihr Leben wieder aufbauen könnten, wenn die Flut vorüber sei.

Hauptpriorität habe, die überlebenden Tiere mit Futter zu versorgen. Man versucht noch zu eruieren, wie viel Futter durch die Flut verloren gegangen ist. Außerdem sei der Transport schwierig, da auch die Infrastruktur zerstört ist. Zusätzlich werden finanzielle Mittel für die medizinische Versorgung und Impfungen von Tieren benötigt. Die UN hat 5,7 Mio. USD für Nothilfe für die Hilfe für Vieh angefragt und die FAO hat erste 1,4 Mio. USD für Futter und Impfstoffe mobilisiert. Weitere Mittel sollen folgen, wenn der volle Umfang des Bedarfs klar ist. (ZMB/FAO)


EU: Mehr Käse und Magermilchpulver exportiert

29.07.2010 - Die EU konnte in den ersten fünf Monaten von 2010 deutlich mehr Milchprodukte auf den Weltmarkt exportieren als im Vorjahreszeitraum. Insbesondere bei Magermilchpulver und Käse konnten erhebliche Steigerungen beim Mengenabsatz bei gleichzeitig höheren Preisen realisiert werden. Die Magermilchpulverausfuhren haben sich auf 145.000 t fast verdoppelt. Die Käseexporte legten um beachtliche 21,4 % zu, was einer Mengensteigerung um 45.700 t entspricht. Bei den Butterausfuhren war lediglich ein leichter Zuwachs um ca. 3.000 t zu beobachten. Im langfristigen Vergleich blieben die Butterausfuhren aber schwach, was auch auf die begrenzte Verfügbarkeit in der ersten Hälfte von 2010 zurückzuführen ist, die die Preise am Weltmarkt nach oben getrieben hat. Die Exporte von Molkenpulver konnten sich in den ersten fünf Monaten von 2010 auf dem hohen Niveau des Vorjahres halten. Größere Rückgänge im Drittlandgeschäft mussten bei Vollmilchpulver und leichte bei Kondensmilch hingenommen werden.

Aktuell hat sich die Nachfrage vom Weltmarkt beruhigt. Für kurzfristige Geschäfte mit Milchpulver gehen kaum Anfragen ein. Die Lage ist geprägt von einer abwartenden Haltung der Verkäufer. Es wird offensichtlich auf eine höhere Produktion auf der Südhalbkugel in der zweiten Jahreshälfte und damit sinkende Preise spekuliert. Für die Anbieter aus der EU hat sich der Dollarkurs in den letzten Wochen ungünstig entwickelt. Bei ohnehin nachgebenden Weltmarktpreisen für Milchpulver verschlechtert die Schwäche des Euro die Wettbewerbsstellung zusätzlich. Bei Butter ist das Angebot am Weltmarkt nach wie vor gering und die Preise in Dollar sind weiter auf historischem Hoch. Es kommen aber kaum Geschäfte zu Stande. (ZMB)


GUS: Mehr Milch erzeugt

22.07.2010 - In den ersten vier Monaten von 2010 war die Milcherzeugung in der GUS leicht steigend. Ohne Moldawien, Usbekistan und Turkmenistan wurden in der Staatengemeinschaft von Januar bis April 2010 16,5 Mio. t Milch erzeugt, 1 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Auch in den ausgenommenen Ländern ist die Produktion im ersten Quartal von 2010 höher ausgefallen als im Vorjahreszeitraum. Aus Russland, dem mit Abstand größten Milchproduzenten in der GUS wird eine leicht steigende Produktion gemeldet. Überdurchschnittlich sind die Steigerungsraten in Weißrussland und in Kasachstan. In der Ukraine, dem Mitgliedstaat mit der zweithöchsten Milcherzeugung, wurde entgegen dem allgemeinen Trend weniger Milch produziert als im Vorjahreszeitraum.

Der Anteil den die Hauswirtschaften, also kleine private Erzeuger, am Milchaufkommen haben, ist innerhalb der Gemeinschaft recht unterschiedlich. Er reicht von mehr als zwei Dritteln in der Ukraine, über knapp die Hälfte in Russland bis gut 10 Prozent in Weißrussland, wo größere unternehmerische Strukturen vorherrschen. (ZMB)


EU: Milchanlieferung im Mai wieder über Vorjahr

15.07.2010 - Die Milchanlieferung in der EU war im Mai 2010 erstmals seit August 2009 wieder expansiv. Im Schnitt wurden 1,3 % mehr Milch erfasst als im Vorjahresmonat, nachdem im April noch ein Rückstand von 0,6 % registriert worden war. In mehreren Ländern mit bedeutender Milcherzeugung ist eine Wende eingetreten. So wurde in Frankreich, dem zweitgrößten Milchland in der EU nach Deutschland erstmals seit September 2008 wieder mehr Milch angeliefert als im Vorjahresmonat, und zwar mit einem Plus von 2,7 %. In Irland, wo die Anlieferungen seit April 2009 permanent hinter den Vorjahresmengen zurückgeblieben waren, wurden im Mai 2010 sogar 7,5 % mehr Milch erfasst als ein Jahr zuvor. In anderen Ländern wie Deutschland, den Niederlanden und im Vereinigten Königreich haben sich die Zuwächse im Vergleich zum Vorjahr wesentlich beschleunigt.

Das kühle Wetter im Mai hat sicherlich zu der hohen Milcherzeugung mit beigetragen. Es ist aber davon auszugehen, dass auch die steigenden Preise Produktionsanreize geben. (ZMB


Deutschland: Stabiler Milchkuhbestand

08.07.2010 - Trotz der 2009 deutlich gesunkenen Milchpreise ist der Milchkuhbestand in Deutschland stabil geblieben. Die Daten der Viehzählung vom Mai 2010 weisen gegenüber der letzten Zählung im November mit 4.183 Mio. Tieren sogar einen um 0,3 % höheren Milchkuhbestand aus. Zur Zählung im Mai 2009 wurde eine Abnahme der Milchkühe um 0,5 % ermittelt. Dies ist ein schwächerer Rückgang als der durchschnittliche jährliche Leistungszuwachs, so dass von einem leicht steigenden Produktionspotential auszugehen ist.

Regional ist die Entwicklung der Milchkuhbestände etwas unterschiedlich. In Ostdeutschland wurde mit einem Minus von 2,1 % ein überdurchschnittlicher Bestandsabbau festgestellt, während im früheren Bundesgebiet lediglich ein marginaler Rückgang zu verzeichnen war. Korrespondierend zu der Quotenwanderung ins Übertragungsgebiet Niedersachsen wurden dort etwas mehr Kühe gezählt als ein Jahr zuvor.

Im Schnitt 11 Kühe mehr als 2000

Bei der Anzahl der Haltungen setzte sich der rückläufige Trend fort. Mit einem Minus von 4 % hat er sich sogar etwas beschleunigt. So existierten im Mai 2010 in Deutschland noch 93.497 Milchviehhaltungen. Innerhalb eines Jahrzehnt haben damit 31 % der Milchviehhalter aufgegeben. Die durchschnittliche Anzahl der gehaltenen Kühe ist entsprechend gestiegen. Im Mai 2010 umfasste eine Haltung im Schnitt rund 45 Kühe, 11 Tiere mehr als 10 Jahre zuvor.  (ZMB)
 


Quotenbörse: Mehr Nachfrage als Angebot

01.07.2010 - Bei der Quotenbörse am 1. Juli 2010 wurde ein durchschnittlicher Quotenpreis von 11 Cent/kg ermittelt. Damit hat sich im Vergleich zum Börsentermin am 1. April 2010 ein leichter Preisanstieg von 0,5 Cent ergeben. In Ost- und Westdeutschland war die Entwicklung unterschiedlich. In Ostdeutschland sanken die Quotenpreise auf einen neuen Tiefststand von 3 Cent – das waren 4 Cent weniger als beim Termin im April 2010 – , während die Preise in Westdeutschland wieder um einen Cent auf 12 Cent/kg gestiegen sind.

Die gehandelte Menge belief sich auf 188,1 Mio. kg und war damit höher als beim vorherigen und beim Vorjahrestermin. Im Vergleich zum April-Termin ist die Nachfrage gestiegen und das Angebot gesunken. Die Nachfrage hat das Angebot um das 1,3-Fache übertroffen, obwohl im Quotenjahr 2009/10 eine Unterlieferung der Quoten stattgefunden hat und die Quoten für das neue Quotenjahr erneut um 1 % erhöht wurden. Im April war noch doppelt so viel Quote angeboten wie nachgefragt worden. Regional waren Angebot und Nachfrage sehr unterschiedlich. In Ostdeutschland kam auf 1 kg Angebot lediglich 0,4 kg Nachfrage, in Westdeutschland hingegen 1,7 kg. Am größten war die Nachfrage bei der Übertragungsstelle Niedersachsen. Mehr als die Hälfte der Gesamtmenge wurde hier nachgefragt und gehandelt. Hier wurden auch die höchsten Quotenzugänge von 54,5 Mio. kg registriert. Aus Bayern sind 38,8 Mio. kg Quote abgewandert. (ZMB/WO)

Butterpreise weiter gestiegen

23.06.2010 - Die Butterproduktion in der EU ist im ersten Quartal von 2010 um 9,5 % eingeschränkt worden, was einem Mengenrückgang um fast 50.000 t entspricht. Es sind mehrere Entwicklungen zusammengetroffen, die sich senkend auf die Buttererzeugung auswirken. An erster Stelle ist die niedrigere Milchanlieferung zu nennen. Eine weitere Ursache ist die höhere Produktion von Sahne für den direkten Konsum. Auch die zusätzlichen Mengen, die an Frischprodukten und Konsummilch produziert worden sind, haben mehr Fett gebunden. Deutlich größere Mengen an Milchfett wurden in der Käseproduktion eingesetzt. Hinzu kommt, dass in der Eiskremproduktion mehr Sahne eingesetzt wird.

In allen EU-Ländern mit der einzigen Ausnahme Italien ist in den ersten drei Monaten von 2010 weniger Butter hergestellt worden als im Vorjahreszeitraum. Mengenmäßig betrachtet waren die größten Rückgänge in Deutschland und Frankreich zu beobachten, wo 13.000 t bzw. 12.000 t weniger Butter hergestellt wurden. Im Vereinigten Königreich kam es mit einem Minus von 5.000 t ebenfalls zu einer beträchtlichen Einschränkung.

Bei der verringerten Erzeugung verblieb weniger Butter, die im Rahmen der Privaten Lagerhaltung für den Saisonausgleich im Herbst zurückgelegt werden konnte. Anfang Juni 2010 waren EU-weit rund 55.000 t eingelagert, rund 24.000 t weniger als im Vorjahr um die gleiche Zeit. Das Angebot wird aber durch die Rückkäufe aus Interventionsbeständen ergänzt. Es ist damit zu rechnen, dass der gesamte Interventionsbestand in der EU in den nächsten Wochen oder Monaten zurückgekauft wird.

Weltweit ist die Produktion in den ersten Monaten von 2010 zurückgegangen. Aus den USA; Kanada und Australien werden wie in der EU Produktionsrückgänge gemeldet. Diese können durch die leichten Ausweitungen in der Ukraine, Japan und der Schweiz bei weitem nicht kompensiert werden. Aus den verfügbaren Daten ergibt sich eine Produktionseinschränkung in den ersten drei/vier Monaten von 2010 in den Ländern für die Daten verfügbar sind, um rund 70.000 t. Für Neuseeland liegen zwar keine Produktionsdaten vor. Es ist aber ebenfalls von einer verringerten Erzeugung auszugehen, da die Milchmenge unverändert geblieben und gleichzeitig die Vollmilchproduktion ausgeweitet worden ist.

Bei dem weltweit verringerten Angebot ist es nicht verwunderlich, dass in den ersten Monaten von 2010 der globale Butterhandel leicht gesunken ist, obwohl eine starke Nachfrage aus Asien und dem Nahen Osten vorhanden war.

Die Knappheit des Angebots hat zu einem starken Preisanstieg sowohl am EU-Markt wie auch am internationalen Markt geführt. Die Butterpreise in der EU übertreffen inzwischen das Niveau, das sie im November 2009 kurzfristig erreicht hatten und nähern sich ihrem Stand von Sommer 2007.

Am Weltmarkt sind die Preise noch stärker gestiegen als am EU-Markt und haben einen neuen historischen Höchststand erreicht. Am internationalen Markt wird Butter teurer gehandelt als Milchpulver und Standardkäse, was eine ungewöhnliche Situation darstellt.

Entscheidend wird in der zweiten Jahreshälfte vor allem sein, wie die Nachfrage auf das hohe Preisniveau reagiert – sowohl am internen wie auch am internationalen Markt. Es ist nicht auszuschließen, dass es zu Substitutionen mit Pflanzenfett in der EU und auch außerhalb kommt. Zwar wird auch bei Pflanzenfett von einem knapperen Angebot und anziehenden Preisen berichtet. Aber die Butterpreise übertreffen die von Pflanzenfett um ein Mehrfaches. (ZMB/WO Auszug aus DairyWorld Marktreport FrischeButterKäse Ausgabe Mai 2010)


EU: Russland, USA und Schweiz wichtigste Kunden für Milchprodukte

16.06.2010 - Die Milchwirtschaft in der Europäischen Union hat 2009 Milchprodukte im Wert von 5,174 Mrd. EUR am Weltmarkt abgesetzt. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Exporte wertmäßig um 17,4 % gesunken. Dieser Umsatzrückgang war auf deutliche gesunkene Preise zurückzuführen. Mengenmäßig ist der Export 2009 wieder gestiegen, allerdings erst in der zweiten Jahreshälfte.

Größter Abnehmer von Milchprodukten aus der EU blieb wie im Vorjahr Russland. Allerdings ist Russlands Marktanteil von 12,3 auf 11,9 % gesunken. Das heißt, jeder achte Euro im Export wird in Russland verdient. Auf Rang 2 folgten wie 2008 die USA mit einem leicht gestiegenen Anteil von 10,8 %. Auf Platz 3 vor Algerien und Saudi-Arabien ist die Schweiz aufgerückt, die bei wertmäßiger Betrachtung 5,3 % der gesamten EU-Exporte aufnahm.

Im Vergleich zum Vorjahr haben die Exporte nach Algerien, Russland, Venezuela, Oman und den USA am stärksten abgenommen. In dem wertmäßig generell rückläufigen Umfeld konnten in einigen Ländern aber auch deutliche Zuwächse erzielt werden, die größten in Ägypten, China, dem Libanon, Taiwan und Malaysia. (ZMB)

      


 FAO: Anstieg der Milchproduktion erwartet

09.06.2010 - Die FAO hat kürzlich einen Bericht über die Aussichten auf den Märkten für Agrarprodukte veröffentlicht. Für die weltweite Milchproduktion erwartet sie für 2010 einen Anstieg um durchschnittlich 2 % auf 712 Millionen Tonnen. Dabei wird für die Hauptexportländer nur ein marginaler Anstieg erwartet, für Schwellen- und Entwicklungsländer hingegen eine Zunahme um durchschnittlich 3 %, wobei das Wachstum in erster Linie in Asien konzentriert sein wird.

Für den Welthandel mit Milchprodukten erwartet die FAO für 2010 eine Zunahme um 2 %, wobei sich das Wachstum wegen verbesserter Verfügbarkeit vor allem in der zweiten Jahreshälfte abspielen soll. Größere Mengen werden nach Einschätzung der FAO-Experten vor allem die EU, Neuseeland und die USA liefern. Aus Australien wird kein steigendes Exportangebot erwartet. Mehr als die Hälfte des gesamten internationalen Handels soll von asiatischen Ländern importiert werden. Zweitwichtigste Destination wird nach Einschätzung der FAO der afrikanische Kontinent sein.

Was Vollmilchpulver betrifft, sei Anfang 2010 eine starke Nachfrage aus China und Algerien zu beobachten. Neuseeland habe mehr geliefert und Bestände abgebaut. Die Ausfuhren Argentiniens seien wegen verringerter Milchproduktion deutlich zurückgegangen. Die Preise seien im Mai 2010 etwa doppelt so hoch gewesen wie im April 2009. Daher erwartet man für 2010 einen leichten Rückgang des Welthandels. Für den Handel mit Käse rechnet man mit einem Wachstum des internationalen Handels um 2 % in 2010. 40 % der gesamten Importe entfallen auf Russland, Japan und die USA. Für Korea und Mexiko erwartet man trotz eines verhaltenen Starts zu Jahresbeginn steigende Einfuhren im laufenden Kalenderjahr. Der Butterhandel habe in 2010 verhalten gestartet. Die Nachfrage aus Asien und dem Nahen Osten sei umfangreich gewesen und die Importe dieser Regionen seien um 10 % gestiegen. Neuseeland habe wegen geringerem Angebot weniger geliefert. Die Preise in Ozeanien seien auf den Höchststand von Anfang 2008 gestiegen. Für die zweite Jahreshälfte 2010 erwartet die FAO einen steigenden Welthandel mit größeren Lieferungen aus Europa. Etwas skeptischer beurteilt die FAO den Markt für Magermilchpulver, vor allem im Hinblick auf die Interventionsbestände in der EU. Die Preise seien im Vergleich zu anderen Milchprodukten niedriger. 2009 hätten die niedrigen Preise die Nachfrage in China, Indonesien, Malaysia und den Philippinen stimuliert, was eine Steigerung der Importe dieser Länder um insgesamt 28 % nach sich gezogen hätte, auf ein Niveau, das sich vielleicht nicht halten lässt. Die Preise seien in der ersten Hälfte von 2010 wegen des niedrigen Angebots in Neuseeland gestiegen. Exporte der EU von Magermilchpulver aus Interventionsbeständen können in der zweiten Jahreshälfte von 2010 einen Preisrückgang auslösen. Die jüngsten Entscheidungen der EU-Kommission lassen aber einen restriktiven Umgang mit den Beständen erwarten. (ZMB)


 Ein Jahr der neuen Milchmarktberichterstattung
ZMB hat Geburtstag

Berlin, 8. Juni 2010 - heute feiert die Zentrale Milchmarkt Berichterstattung GmbH (ZMB) in Berlin ihr einjähriges Bestehen. Mit der ZMB wurde - auf Initiative des Milchindustrie-Verbandes - eine schlanke und schlagkräftige Lösung gefunden, um über die zunehmend volatilen Milchmärkte zu berichten.

Fest etabliert

Mit dem Ende der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) war es notwendig geworden, die Marktberichterstattung über die Milchmärkte auf neue Beine zu stellen. Mit der ZMB ist unter der erfahrenen Leitung von Monika Wohlfarth ein nahezu nahtloser Übergang gelungen. Die Marktberichterstattung wurde komplett neu gestaltet und an die Bedürfnisse der neuen Zeit angepasst. Von Anfang an war die ZMB im Markt fest etabliert. Ihre vielfältigen Informationen gewinnt die ZMB neben der Auswertung offizieller Statistiken durch die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Unternehmen, Verbänden und Behörden.

Kooperationen im In- und Ausland

Im liberalisierten, global vernetzten Markt wird die grenzübergreifende Kooperation zunehmend wichtiger. Die ZMB ist Gründungsmitglied von EMMO (European Milk Marketing Organization), einer gemeinsamen Plattform der Marktberichterstatter in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Italien. Die ZMB arbeitet mit der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) zusammen, über die von der ZMB erstellte Produkte gemeinsam vertrieben werden. Ziel der Zusammenarbeit ist, Doppelarbeit und Fehlinterpretation der Daten zu vermeiden. (ZMB)


 EU: Abbau der Interventionsbestände im Gang

02.06.2010 - Nachdem die Interventionsbestände an Milchprodukten in der EU zum erstmals seit Einführung der gemeinsamen Marktordung für Milchprodukte im Jahr 1968 auf Null gesunken waren, haben sich zwischen März und September 2009 wieder Interventionsbestände gebildet. Inzwischen befinden sich diese wieder im Abbau. Im Rahmen des Programms für Bedürftige Personen werden ab Anfang Mai 2010 ca. 51.000 t Butter und 65.000 t Magermilchpulver ausgelagert. Darüber hinaus hat die EU-Kommission die restlichen Butterbestände und weitere ca. 65.000 t Magermilchpulver für den Verkauf im Ausschreibungsverfahren freigegeben.

Neben der Intervention existiert bei Butter das Instrument der Privaten Lagerhaltung, die es ermöglicht, Butter in der produktionsstarken Zeit im Frühjahr für den Saisonausgleich in den Monaten mit jahreszeitlich niedriger Produktion unter Inanspruchnahme von Beihilfen zurückzulegen. Von dieser Maßnahme wurde im bisherigen Verlauf von 2010 in geringerem Umfang Gebrauch gemacht als in den Vorjahren. (ZMB)


 Deutschland: Mehr Käse, weniger Butter und Magermilchpulver produziert

26.05.2010 - Der langfristige Trend in der Milchverarbeitung, nämlich eine kontinuierliche Steigerung der Käseproduktion und eine gleichzeitige Einschränkung bei den „Interventionsprodukten“ Butter und Magermilchpulver hat sich in Deutschland im ersten Quartal von 2010 mit einer hohen Dynamik fort- oder wieder durchgesetzt. Wie aus den Daten nach der Melde-Verordnung Milch hervorgeht, haben die deutschen Molkereien in den ersten drei Monaten von 2010 5,7 % mehr Käse hergestellt als im Vorjahreszeitraum. Das Hauptwachstumssegment im Käsemarkt blieb der Schnittkäse mit einem überdurchschnittlichen Zuwachs um 9,2 %. Auch Pasta-Filata-Käse weisen mit einer Produktionsausdehnung um 4,9 % nach wie vor überdurchschnittliche Zuwachsraten vor. Leicht geschrumpft ist lediglich die Herstellung von Hartkäse.

Überraschend stark ging die Herstellung von Butter und Magermilchpulver zurück. An Butter wurden im ersten Quartal 9,7 % weniger hergestellt, an Magermilchpulver sogar 22 % weniger. 2009 war vor allem die Magermilchpulverproduktion zu Jahresbeginn aber ungewöhnlich hoch gewesen. Bei beiden Produkten waren die Einschränkungen im Februar am größten und im März wurden die Abnahmeraten wieder kleiner. Zu der gravierenden Produktionseinschränkung dürfte auch das um ein Prozent niedrigere Milchaufkommen mit beigetragen haben. Die Gehalte an Inhaltsstoffen waren zu Jahresbeginn hingegen gestiegen, was vermutlich eine Folge der kalten Witterung war.

Im weißen Sortiment waren unterschiedliche Tendenzen zu beobachten. An Konsummilch wurden 4,8 % mehr hergestellt als im Vorjahreszeitraum und an Sahne sogar 5,5 % mehr. Die Produktion von Joghurt ohne Zusätze, die 2009 ausgedehnt worden war, ist im ersten Quartal um 6,2 % gesunken, während wieder mehr Frischprodukte mit Zusätzen hergestellt wurden. Diese hatten 2009 Einbußen hinnehmen müssen. (ZMB/WO)


 Niederlande: Mehr Milchprodukte ins Drittland exportiert

19.05.2010 - Die Niederlande haben in den ersten zwei Monaten von 2010 mehr Butter und Milchpulver, aber weniger Käse exportiert als im Vorjahreszeitraum. Die Steigerungen der Ausfuhren sind ausnahmslos auf steigende Absätze im Drittland zurückzuführen. Die Butter- und Käseexporte in Länder außerhalb der EU legten in der Summe deutlich zu, während die Lieferungen in andere EU-Länder zurückgingen. In andere EU-Länder haben die Niederlande 14 % weniger Käse exportiert als im Vorjahreszeitraum, wobei die Ausfuhren nach Deutschland, dem größten Markt, „lediglich“ um 4 % abnahmen. Nach Drittländern wurden hingegen 32 % mehr verbracht, mit überdurchschnittlichen Steigerungsraten in Russland und Japan. Bei Butter und Butteröl war die Situation noch differenzierter. Andere EU-Länder bezogen 15 % weniger Butter aus den Niederlanden, Deutschland sogar 39 % weniger. Ins Drittland gingen hingegen 67 % mehr. Größter Abnehmer war der Iran. Bei Magermilchpulver und Vollmilchpulver sind Drittlandstaaten ohnehin die Hauptkunden. An Vollmilchpulver haben die Niederlande in den ersten zwei Monaten von 2010 insgesamt 23 % mehr exportiert als im Vorjahreszeitraum, an Magermilchpulver sogar 41 % mehr. (ZMB/WO)

USA: 2009 weniger Milch, mehr Käse erzeugt

12.05.2010 - In den USA ist die Milcherzeugung 2009 um 0,3 % auf 85,876 Mio. t gesunken. Damit wurde das Wachstum der Milcherzeugung erstmals seit 2001 unterbrochen. Für 2010 wird inzwischen im Gegensatz zu früheren Prognosen wieder ein Wachstum erwartet. Die Milcherzeugung nahm weniger stark ab als die Zahl der Milchkühe, die im Jahresdurchschnitt um 1,2 % vermindert wurde. Steigende Milchleistungen auf ein neues Rekordniveau von durchschnittlichen 9.333 kg (!) pro Kuh haben die Herdenreduktion überkompensiert. Der Fettgehalt sank leicht auf 3,67 %. Die Milchanlieferung an 1.178 Molkereien ging ebenfalls um 0,3 % zurück. Die Anlieferungsrate liegt in den USA bei 99,5 %. Lediglich 0,5 % der Erzeugung werden auf den Farmen verwendet, schätzungsweise 89 % davon für die Kälberaufzucht und ein sehr geringer Anteil wird im Erzeugerhaushalt verbraucht.

Die Erlöse der Erzeuger aus der Milchproduktion gingen 2009 dramatisch zurück. Aus der Milchvermarktung nahmen sie insgesamt 53,66 Mrd. USD ein, 30,1 % weniger als im Vorjahr. Die Milchpreise sanken im Schnitt auf 28,51 USD/100 kg, was umgerechnet 20,44 EUR (Jahresdurchschnittskurs 2009 1 EUR=1,3948 USD) entspricht.

Bei der Milchverarbeitung war 2009 eine wieder stärker steigende Käseproduktion zu beobachten. Sie hat sich um 2 % auf 4,586 Mio. t erhöht. Die Produktion von Käse vom amerikanischen Typ (Cheddar, Colby, Monterey und Jack) wuchs überdurchschnittlich um 2,3 %. Die Erzeugung von Sorten italienischen Typs nahm um 1,4 % zu. Das kleine Segment Swiss-Type legte um 9,7 % zu. Die steigende Käseproduktion ist nicht nur durch die Nachfrage begründet, sondern auch durch die Wanderung der Milchproduktion in Regionen, in denen vor allem Käsekapazitäten angesiedelt sind. Die Herstellung von Joghurt stieg um beachtliche 7,3 %.

Die Magermilchproduktion wurde im Vergleich zum Rekord von 2008 um 8,6 % eingeschränkt, sie blieb aber deutlich höher als 2008. Bei der Butter fiel der Produktionsrückgang mit einem Minus von 4,3 % weniger stark aus als bei Magermilchpulver. An Molkenpulver wurden trotz der steigenden Käseproduktion im zweiten Jahr in Folge geringere Mengen hergestellt. Die USA sind neben der EU der größte Lieferant für Molkenpulver auf dem Weltmarkt. Auch bei Laktose waren Produktionseinschränkungen festzustellen. (ZMB/WO)


 EU: Mehr Milchprodukte exportiert – Steigende Weltmarktpreise

(29.04.2010) Die EU hat in den ersten beiden Monaten von 2010 deutlich mehr Milchprodukte am Weltmarkt absetzen können als in den Vorjahresmonaten. Bei abnehmendem bis geräumten Angebot in Ozeanien und Südamerika konzentrierte sich die Weltmarktnachfrage zunehmend auf die EU. Besonders ausgeprägt war die Steigerung der Exporte bei Magermilchpulver, die sich auf 63.400 t mehr als verdoppelt haben. Bei Käse, dem wichtigsten Exportartikel der europäischen Milchwirtschaft war eine starke Zunahme um 19 Prozent auf 88.200 t zu beobachten, wobei Deutschland von allen EU-Ländern die höchsten Drittlandsexporte und die größte Steigerung vorzuweisen hatte. Selbst die Butterexporte, die in den vergangenen zwei Jahren auf historisch niedrigen Niveaus verharrten, konnten wieder zulegen. Im Rückstand waren lediglich die Vollmilchexporte, die allerdings im Vorjahr zu Jahresbeginn vergleichsweise hoch gewesen waren.

Die Preise für Milchprodukte am Weltmarkt sind im April weiter gestiegen. Der stärkste Preisanstieg war bei Butter zu beobachten. Diese wird am internationalen Markt inzwischen zu deutlich über 4.000 USD gehandelt, was ein historischer Höchststand ist. Auch im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise für Butter von allen Milchprodukten am stärksten gestiegen. Sie haben sich mehr als verdoppelt, während die Preise für Magermilchpulver „lediglich“ um rund 50 Prozent höher sind als vor Jahresfrist. (ZMB/WO)

 


 Festere Stimmung am Milchmarkt

15.04.2010 -  Am Milchmarkt herrscht nach Ostern generell eine festere Stimmung. Die teilweise erwartete Abschwächung nach den Feiertagen ist nicht eingetreten. Vielmehr werden für alle Milchprodukte aktuell höhere Preise gefordert. Das Milchaufkommen in Europa und anderen wichtigen Exportregionen bewegt sich seit längerem unter dem Vorjahresniveau, während der Handel mit Milchpulver am Weltmarkt zugenommen hat. Im Januar 2010 hat die EU ihre Magermilchpulverexporte im Vergleich zum Vorjahresmonat mehr als verdoppelt. Die Verkäufer fordern höhere Preise und die Einkäufer, die sich teilweise in letzter Zeit zögerlich verhalten haben, sind zunehmend bereit die höhere Forderungen zu akzeptieren. In den letzten Tagen ist ein Preisanstieg für Magermilchpulver in Futter- wie auch in Lebensmittelqualität eingetreten. Auch am internationalen Markt steigen die Preise (ZMB/WO).

 

Ausführliche Informationen zur aktuellen Marktentwicklung finden Sie in unseren >> Publikationen.


Frankreich: Mehr Milchprodukte importiert, weniger exportiert

(ZMB-01.04.2010) Die Außenhandelsbilanz der französischen Milchwirtschaft hat sich 2009 verschlechtert. Frankreich hat 2009 in einigen Segmenten des Milchmarktes mehr Produkte importiert als in den Vorjahren. Dies betrifft vor allem Konsummilch, Sahne und Käse, aber auch Butter. Bei einigen Produkten wie Joghurt und Molkenpulver gingen die Einfuhren aber auch zurück. Gleichzeitig sind die Exporte in wichtigen Segmenten wie Käse und Vollmilchpulver zurückgegangen. Steigende Ausfuhren waren bei loser Milch, Sahne, Butter und Kondensmilch zu beobachten. (ZMB)


 EMMO arbeitet, Marktbeobachter EU-weit gebündelt

(ZMB-25.03.2010) Die „European Milk Marketing Organization“ (EMMO) ist ein loser Zusammenschluss der eu-weit tätigen Organisationen zur Marktbeobachtung bei Milch und Milcherzeugnissen. Mitglieder sind derzeit die CNIEL aus Frankreich, ein durch Landwirte finanzierte Produktorganisation; CLAL eine in privater Trägerschaft und vom Bauernverband gestützte Organisation aus Italien; die in Berlin beheimatete ZMB als deutscher Partner der Milchmarktberichterstattung mit ihrer Geschäftsführerin Frau Monika Wohlfarth (Mitte Bild oben) sowie die niederländische PZ, eine von Landwirten und Industrie getragene Marktorganisation.

Die EMMO-Mitglieder trafen sich diesmal in Den Haag und vereinbarten eine noch tiefere Zusammenarbeit und Austausch von Datenmaterial, streng orientiert am europäischen Kartellrecht. Für die Zukunft soll ein vierteljähriger EU-Marktbericht erstellt werden und später einmal über eu-weite Notierungen von einzelnen Milchprodukten wie Butter und Milchpulver nachgedacht werden.


 Welt: 2009 mehr Milchprodukte gehandelt

(ZMB-25.03.2010) Der internationale Handel mit Milchprodukten ist 2009 im Vergleich zum Vorjahr wieder gestiegen. Darauf lassen die Exportzahlen der größten Exporteure von Milchprodukten schließen. Damit setzt sich der Handel mit Milchprodukten von der Entwicklung des Welthandels insgesamt ab. Laut Angaben der WTO ist der Welthandel mit Waren und Dienstleistungen insgesamt 2009 um 12 % gesunken.

In allen Segmenten des Milchmarktes, für die aktuelle Daten vorliegen, kam es 2009 zu einer Belebung des internationalen Handels, wobei der Zuwachs bei Vollmilchpulver am größten war. Allein China hat 2009 mit rund 177.000 erheblich mehr importiert als im Vorjahr mit 46.000 t. Vom steigenden Welthandel hat vor allem Neuseeland profitiert und seine Marktanteile stark ausgebaut. Die EU hat insgesamt wieder mehr Milchprodukte exportiert als 2008. Die Anteile der EU haben sich – bei der Betrachtung der größten Exporteure unterschiedlich entwickelt. Sie stiegen bei Magermilchpulver und Molkenpulver, sanken aber bei Butter und Vollmilchpulver. Bei Käse blieb der Anteil stabil.


USA: Weniger Milchprodukte exportiert und importiert

(ZMB-17.03.2010) Die USA haben 2009 erheblich weniger Milchprodukte exportiert als im Rekordjahr 2008. In den letzten Jahren waren steigende Mengen Magermilchpulver auf den Weltmarkt exportiert worden. 2009 gingen die Exporte um 36,4 % auf knappe 250.000 t zurück. Damit haben die USA aber weiterhin größere Mengen exportiert als die EU mit knapp 230.000 t. Die Käseexporte blieben mit einem Minus von 17,3 % wesentlich stabiler als die Butterexporte, die auf ein Drittel regelrecht einbrachen. Molkenpulver war die einzige Produktgruppe, in der die Exporte gestiegen sind. Dies dürfte auf die gute Nachfrage aus Asien zurückzuführen sein, von der auch die EU profitiert hat. USA und EU sind die Hauptlieferanten für Molkenpulver am Weltmarkt.

Die USA haben 2009 auch weniger Milchprodukte importiert. Insbesondere bei Kasein war ein massiver Rückgang um mehr als ein Drittel festzustellen. Bei den Käseimporten war eine moderate Abnahme von 4,7% zu beobachten. Die Butterimporte sind um rund 50 % gestiegen und haben mit 27.590 Tonnen fast den gleichen Umfang wie die Exporte erreicht.


Deutschland: 2009 mehr Milchprodukte produziert

(ZMB|10.03.2010) Die deutschen Molkereien haben 2009 mehr Milch erfasst und mehr Milchprodukte hergestellt als im Vorjahr. Die Milchanlieferung erreicht einen Rekordwert von 28,61 Mio. Tonnen, das waren im Tagesdurchschnitt 3,3 % mehr als im Vorjahr und gleichzeitig der höchste Wert seit der Wiedervereinigung Deutschlands. Die expansiven Tendenzen waren im ersten Halbjahr besonders ausgeprägt und haben sich in der zweiten Jahreshälfte abgeflacht.
Entsprechend dem höheren Milchaufkommen wurden auch mehr Milchprodukte produziert. Die Käseproduktion erreichte einen neuen Rekord und stieg auf 2,09 Mio. t. Trotz des höheren Milchaufkommens ist die Butterproduktion um rund 12.000 t zurückgegangen. Gleichzeitig wurde auch die Herstellung von Vollmilchpulver eingeschränkt. Anders war die Entwicklung bei Proteinerzeugnissen. Magermilchpulver war die Produktgruppe mit der stärksten Produktionsausdehnung überhaupt – mit einem Plus von 26 % im Tagesdurchschnitt. Zum Teil erklärt sich der Anstieg durch eine verminderte Herstellung von Kasein. Die Konsummilchproduktion wurde etwa in der gleichen Größenordnung ausgedehnt, wie die Milchanlieferung gestiegen ist. Bei der Herstellung von Milchfrischprodukten war hingegen ein leichter Rückgang festzustellen. In dieser Produktgruppe war bei Produkten ohne Zuwächse ein leichtes Wachstum festzustellen, während an Produkten mit Zusätzen etwas weniger produziert wurde als im Vorjahr.